Archiv der Kategorie: Neuseeland

Good Bye Neuseeland

1.2.2011
In Papamoa ist Aufbruchstimmung. In Kürze gehts heimwärts. Das „Vantli“ wird Innen und Aussen hochglanzpoliert und für die Uebergabe an Mike Schween vorbereitet. Mit der Abgabe der Schlüssel von unserem wunderschönen Cabin am Strand von Papamoa geht ein Traum zu Ende. Auf der Fahrt nach Paeroa besuchen wir die Waihi Beach und wollen den Top10 Holiday Park begutachten falls wir nochmals zurückkehren. Dies ist aber gegenüber Papamoa keine Alternative und so gehts bald weiter auf der SH2 Richtung Paeroa. Die Karangahake Schlucht resp. Gorge ist ein wunderschönes Wandergebiet und erlebte vor 130 Jahren einen Goldrausch der zur Gründung der Stadt Paeroa führte. Gerne wären wir noch in dieser Schlucht geblieben aber die Zeit reichte nicht mehr.
Unser Motel „Casa Mexicana“ in Paeroa war eine grosse Enttäuschung, aber es gab keine bessere Alternative, und wir beschlossen deshalb schon am nächsten Tag weiter zum Flughafen Auckland zu fahren. Noch aber war das Treffen mit Mike und seiner Familie zur Uebergabe des Campers vorgesehen.
Wir staunten nicht schlecht als wir die Werkstatt von Mike besuchten.In kurzer Zeit (4 Monaten) baute sich Mike in Paeroa eine neue Existenz auf und ist auf bestem Weg seinen Erfolg in Deutschland zu wiederholen. Nebst dem Bike Tunning und Service betreibt er mit seiner Frau einen Online Bikeshop, wo man alle seine Motorradwünsche erfüllen kann. Daneben betreibt er ein Adventure Trip Geschäft für Touristen die einen speziellen Adrenalinkick suchen : Fahrten in den Busch mit Spezialfahrzeugen. Die Vermietung von Camperbussen und neuerdings mit unserem Camper läuft so nebenbei. Daneben betreibt er unzählige Hobbys wie Jagen, Fischen Rodeoreiten mit Stieren, Oldtimerrennen etc. etc. Ein Wahnsinnstyp mit 1000% Power.
Beim gemeinsamen Abendessen wird uns auch bewusst, das unsere Traumreise durch Neuseeland zu Ende geht und wir die Hoffnung haben nochmals zurückzukehren und den Rest der Nordinsel noch zu entdecken und wer weiss vielleicht auch paar Traumplätze auf der Südinsel nochmals zu besuchen.
Am Morgen fährt uns der Fahrer von Mike zu unserem Hotel in der Nähe des Flugplatzes in Auckland. Eine sehr schöne Suite wartet auf uns, wo wir in Ruhe unser Reisegepäck zusammenstellen für den Rückflug mit Thay Airways via Bangkok. Müde aber voller Eindrücke treffen wir am Freitag 4. Februar 2011 im kalten Zürich ein, wo unser lieber Nachbar Ivo uns abholt.
Was für eine schöne Traumreise war das ! Und nochmals vielen Dank Mike für die grossartige Hilfe die wir von Dir erhalten haben. Auf ein baldiges Wiedersehen, good bye. /MS

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Bay of Plenty

26.01.2011
Heute morgen begrüsst uns der Himmel mit leichter Bewölkung und angenehmer Temperatur. Der Wind bläst nur wenig. Ein idealer Tag um nochmals nach „Rotorua“ zu fahren. Ich erwähne den Wind deshalb, weil unser Camper relativ hoch und nicht sehr breit ist. Bei starkem Wind und hoher Fahrgeschwindigkeit schert das Auto gerne aus und kommt ins Wanken. Dann kralle ich mich buchstäblich am Steuerrad fest und ich kann mir keinen Sekundenblick seitwärts erlauben.
Wenn ich langsam fahre, kommt es schnell zu gefährlichen Ueberholungsmanövern und ich kann nicht überall anhalten, um die nachfolgenden Autos überholen zu lassen.
Schon nach einer Stunde Fahrt erreichen wir zum zweiten mal das Ziel „Rotorua“, das im Zentrum des Vulkanlandes der Nordinsel liegt: in der „Taupo Volcanic Zone“. Dieses 250 km lange und sehr zerklüftete Gebiet ist Teil einer Vulkankette, die man „Pacific Ring of Fire“ nennt. Die starken Eruptionen dieses Feuerrings haben dieses Land in ihrer Form stark geprägt. Noch immer aktiv sind der „Mount Ngauruhoe“ im Tongariro Nationalpark (um den herum wir am 20. Jan. gefahren sind) und der aktivste Vulkan „White Island“ auf der gleichnamigen Insel an der „Bay of Plenty“.
Wir besuchen heute die bei „Whakarewarewa“ gelegene „Te-Puia“ Geothermalzone. Diese liegt in der „Rotorua Caldera“ (komplexer Eruptions- und Einsturzkrater von mehreren Kilometern Durchmesser) mit dem zentralen „Lake Rotorua“.
Dieses besondere Gelände ist ein Erlebnis! Schon von weitem sehen wir an vielen Orten Wasserdampf zum Himmel steigen. Der berühmteste Geysir ist der „Pohutu“. Zehn bis zwanzig mal täglich schiesst dieser aktive Geysir kochend heisses Wasser bis zu 30 Meter (je nach Windverhältnissen) in die Luft. Es wird angenommen, dass Geysire ein kompliziertes Kanalsystem mit einer oder mehreren Kammern voll mit heissem Wasser, Wasserdampf und Gase besitzen. Durch die Hitze und den Druck darin beginnt das Wasser zu sieden und wird durch den Eruptionskanal hinauf und in die Luft geschleudert.
Ebenso interessant ist das Maori Dorf „Pikirangi“. Das Dorf ist so rekonstruiert, wie es vor der Ankunft der Europäer ausgesehen hätte. Einem Lagerhaus, einem Wohnhaus und auf einem grossen Versammlungsplatz das Versammlungshaus. In Letzterem werden wir von einer Maori Gruppe mit rituellen, drohenden Kriegsgebärden begrüsst. Ein Liebeslied und ein schöner Frauengesang mit Tanz gehören ebenso zur Aufführung. Natürlich treten alle Artisten in entsprechender Kleidung auf.
Unser Rundgang führt an mehreren grösseren und kleineren Tümpeln mit kochendem und spritzendem Schlamm vorbei. An manchen Tümpelrändern bildet der erstarrte Schlamm eine kleine „Mondlandschaft “.
Im „Kupe Sites“ Gebäude wird uns ein einzigartiger Einblick in die neuseeländische Vergangenheit geboten und in der Darstellung der legendären polynesischen Seefahrer Entdeckerfigur „Kupe“ (vor ca. 1000 Jahren) wird uns die Bedeutung von Landschaft und Tradition näher gebracht. Die Sprache der Maori ist eng mit dem Polynesischen verwandt und war nie tot. Sie wird heute wieder häufig gebraucht, in ganz Neuseeland in Schulen unterrichtet und es gibt mehrere Fernsehprogramme und Nachrichtensendungen auf Maori. Viele englische Ortsnamen bekommen wieder Maorinamen. Die Maori sind im Gegensatz zu den Aborigines in Australien bestens in die Gesellschaft integriert.
Interessanterweise steht auf dem Areal auch ein Kiwihaus. Der Kiwi, der Nationalvogel Neuseelands, ist nachtaktiv und flugunfähig. Er wird gross wie ein Huhn und ist sehr scheu, weshalb man ihn in der freien Natur kaum zu sehen bekommt. Die Maorihäuptlinge benutzen seine Federn gerne für ihren Häuptlingsumhang.
Die Maori haben auch eine Methode erfunden, aus neuseeländischer Flachsfaser einen Faden zu drehen, mit dem Kleidung von guter Qualität hergestellt werden kann. In einer eigens dafür eingerichteten Webstube kann man an Ort und Stelle dem Handwerk zuschauen.
Ebenfalls interessante Einblicke bekommt man in der hier untergebrachten „Nationalen Schnitzschule“. Hier wird das Maorikunsthandwerk, das Holzschnitzen, gelehrt und unter fachmännischer Anleitung erfahrener Meisterschnitzer an junge Maori weitergegeben.
In der nahen „Taonga Galerie“ können wir uns an solch hergestellten Einzelstücken erfreuen.
Auf dem Heimweg fahren wir durch die „Kiwihauptstadt der Welt“: „Te Puke“. Die Kiwifrucht Produktion hat eine grosse wirtschaftliche Bedeutung für Neuseeland.
Ein alteingesessenes Obstbauunternehmen bietet geführte Touren durch eine Obstplantage an. Martin interessiert sich natürlich auch dafür. Also setzen wir uns auf ein Wägelchen mit Gummirädern, das von einem als Lokomotive verkleideten Traktor gezogen wird und lassen uns bequem durch einen riesigen Obstgarten führen. Ueber ein Tonband werden gute Infos abgespielt und auf halber Strecke machen wir im Schatten einer Kiwireihe halt. Die Kiwi wird an Holzgestellen, bei denen die Früchte nach innen hängen, gezogen. (Pergolabauweise). Sie wird zwischen April und Juni unreif geerntet, dann auf 0 – 1 Grad abgekühlt und erst beim Versand in Kisten verpackt. Natürlich werden hier auch andere Früchte wie Birnen, Avocados, Orangen, Zitronen, Limes, Guaven, Granatäpfel, Grapefruit, Manderinen, Trauben, Pfirsiche und diverse Nüsse angebaut. Die ersten Kiwi Fruchtsamen wurden 1904 aus China gebracht. Seither wurden über 150 verschiedene Sorten identifiziert. Nur drei davon werden heute kommerziell angepflanzt. Diese empfindliche Frucht gedeiht nur in gemässigtem Klima, weshalb rund um die riesigen Plantagen sehr dichte, hohe Baumhecken gepflanzt sind, welche diese vor starkem Wind schützen. /RS

25.01.2011
vor zwei Tagen sind per E-Mail die Rückflugtickets bei uns eingetroffen. Wir fliegen genau einen Monat früher als vorgesehen in die Schweiz zurück (nach 16 statt 20 Wochen). Meine lustvolle Aufnahmefähigkeit stösst an seine Grenzen. Dabei lege ich die Betonung auf lustvoll. Ausserdem verhält sich der Wetter Petrus nicht nach unserem Wunsch.
Unsere Reisepläne gehen nämlich buchstäblich im Sturmregen baden. Wir haben zwar das Glück gehabt, das allerletzte „Cabin“ an der Bay of Plenty Beach, in Papamoa, erhalten zu haben. Direkt am Meer, etwas erhöht und nur ca. 20 Meter vom Strand entfernt steht dieses Häuschen auf einem Campingplatz und ist auf Stelzen gebaut. Das beruhigt ein wenig, denn das Meer tobt, schäumt und ist sehr laut, so als hätte sich der Teufel darin versteckt. Riesige Wellen überfluten den Strand. Ein gigantisches Schauspiel! Darum ist im Moment an kein Weiterfahren zu denken.
Wir haben das Cabin für die ganze Woche gemietet. Sobald sich das Unwetter legt, werden wir noch einmal nach Rotorua zu den Geysir und einem Maori Village fahren. Sonst werden wir die Zeit mit Lesen und am Computer verbringen und dabei immer mit einem Auge hinaus aufs Meer blicken. Es ist sooo schön, wie diese hohen Wellen ans Ufer peitschen, immer wieder eine neue Welle heran rollt und wieder eine Neue…. /RS

21.01.2011
Eigentlich wäre heute ein Ruhetag angesagt. Doch die uns verbleibende „Auszeit“ drängt nun plötzlich, weil wir uns für eine baldige Rückreise entschieden haben. Gebucht ist nun auf den 3.Februar 2011 Auckland – Zürich.
Wir entschliessen uns deshalb heute spontan zu einem kurzen Ausflug zum toten Vulkan „Mount Maunganui“ und dem zu seinen Füssen liegenden, gleichnamigen Ferienort. Im Gegensatz zu „Papamoa“ , wo man den Strand nur mit wenigen Personen teilen muss, wimmelt es hier von Touristen, Restaurants, Läden und vor Anker liegenden Booten und schnellen Autos. Und das wiederum führt zu überteuerten, architektonischen Fremdkörpern, wie zum Beispiel zu verglasten Hochhäusern, die meines Erachtens ganz und gar nicht an diese sanft geschwungene Küste passen.
Die „Bay of Plenty“ erstreckt sich über eine Strandlinie von 70 km. Es sind Strände, welche die Herzen von Surfern höher schlagen lassen und die Badestrände sind vor allem auch von Familien beliebt. Nach einem kurzen Augenschein fahren wir über „Tauranga“ zurück an unseren ebenfalls an der „Bay of Plenty“ gelegenen Holiday Park. „Tauranga“ ist eine sehr städtische Küstenstadt und wegen seines milden Klimas bei den Pensionären, den Yachtbesitzern, Surfern und Sportfischern sehr populär. Am langgestreckten Hafen vorbei sind wir endlich wieder auf dem Rückweg, wo Martin seine Chauffeuse mit einem feinen Fisch (Snepper) mit Kefen, Rüebli und Salzkartoffeln bekocht. /RS

20.01.2011
Heute sind Martin und ich schon sehr früh auf den Beinen. Der Himmel ist wolkenlos und wir freuen uns auf den heutigen Tag, bringt er uns doch zum populärsten Urlaubsziel der Nordinsel: nach „Rotorua“. Bald erreichen wir „Waiouru“, wo wir in die „Desert Road“ einbiegen. Das weite , hohe Plateau führt uns wieder am „Tongariro National Park“ entlang. Und bald sehen wir sie wieder, die drei phänomenalen Vulkane des „Tongariro- Massiv’s“! Diese Berge im Morgenlicht ist von einer solchen Schönheit, dass wir immer wieder staunend anhalten. Auf der Gegenseite, im Osten, erheben sich grosse bewaldete Hügelzüge. Rechts und links dieser Strasse ist die Landschaft baumlos, weil sich durch die Ausbrüche der Vulkane immer wieder neue Aschenschichten auf die Vegetation gelegt haben, zuletzt 1996. Trotz den vielen Stop’s kommen wir gut vorwärts und bald erreichen wir den am südöstlichen Ende des „Lake Taupo“ und am Ufer des „Tongariro Rivers“ gelegenen Ort „Turangi“. Mit Kaffee und Kuchen gestärkt geht es weiter zu dem „Waiotapu Thermal Wonderland“. So nennt sich diese phänomenale Geothermalzone um „Rotorua“. Dieses Gebiet hat einen Geysir der etwas ausserhalb des eigentlichen Thermalgebietes liegt. Täglich um genau 10.15 Uhr schiesst eine heisse Fontäne aus dem „Lady Knox Geysir“ ca.10 – 20 Meter in die Höhe und versprüht etwa 27.000 Liter kochendes Wasser. (Dabei wird mit Seife etwas nachgeholfen). Dieses Spektakel haben wir leider zeitlich verpasst und so entscheiden wir, heute nur noch die heissen Quellen dieses Thermalgebietes zu besuchen. Das ganze Terrain ist übersät von heissen Quellen, kollabierten Kratern, davon viele mit Schwefelausblütung, blubbernden Schlammtümpeln, dampfenden Erdspalten und kleinen heissen Seen. Der ganze Rundweg dauert ca. 75 Minuten und ist sehr schön angelegt. Wir sind ziemlich aufgeregt wegen dem Unglaublichen, was wir hier auf Schritt und Tritt von der faszinierenden Welt der Vulkane zu sehen bekommen. Das ganze Gebiet zeigt auch eine grosse Farbenvielfalt, verursacht hauptsächlich durch Mineralien wie:
Schwefel – gelb / Antimonsulfide – orange / Siliziumoxid – weiss / Arsensulfide – grün / Mangan – purpur / Eisenoxid + Eisenoxihydrat – rot + braun / Schwefel + Kohlenstoff – schwarz.
Dabei besonders erwähnen möchte ich den sogenannten „the Champagne Pool“. Ein heisser brodelnder See von 65m Durchmesser und einer Tiefe von 62m. Sein Rand ist rostrot eingefärbt und es dampft aus ihm heraus wie aus einem Hexenkessel. Ebenso faszinierend ist der letzte Pool an dem wir vorbei kommen: „The Devil’s Bath“ (Teufelsbad). Ein zerklüfteter Krater mit Wasser von verblüffend, leuchtend gelb-grüner Farbe. (Wie es die Polizei und Sanität auch trägt).
Nach einer kleinen Stärkung fahren wir unserem eigentlichen Ziel entgegen: „Rotorua“. Die Stadt liegt im Zentrum der Vulkanregion der Nordinsel am Südufer des gleichnamigen See’s und ist ein sehr bedeutendes Zentrum der Maori und deren Kultur. Doch „Rotorua“, wie auch schon der Ort zuvor, wird entsprechend von Touristen überflutet. Deshalb entscheiden wir uns, noch heute weiter zu fahren mit Ziel: Meer! Wir haben Glück: an der „Papamoa Beach“, im „Top10 Holiday Park“, können wir das letzte Cabin mit direkter Meersicht und nur wenigen Metern vom Strand entfernt für drei Nächte mieten. Diese ganze Autofahrt heute mit 343 km und gestern mit 291 km hat mich ziemlich ermüdet und mein Kopf brummt. So freue ich mich nun auf das Rauschen des Meeres beim Einschlafen und Aufwachen.
„Rotorua“, mit seinen vielen „Muss-man-gesehen-haben“ werden wir nachholen – sofern das Wetter es noch erlaubt. /RS

Napier

19.01.2011
Schlechtes Wetter ist angesagt! Das zwingt uns den Aufenthalt in „Napier“ abzubrechen und zu unserem nächsten Ziel, dem „Tongariro Nationalpark“, zu fahren. Ueber eine, im Herzen der Nordinsel gelegenen Hochebene, nähern wir uns dem grössten See Neuseelands, dem 606 km2 grossen „Lake Taupo“. Vor mehr als 26’000 Jahren wurden bei einem Vulkanausbruch 800 km3 Asche und Bimsstein in die Luft geschleudert und in diesem Krater ist vor ca. 2000 Jahren der „Lake Taupo“ entstanden. Am Ufer dieses grossartigen See’s machen wir in der gleichnamigen Stadt „Taupo“ einen Kaffee- und Kuchenhalt. Danach führt uns der Weg entlang des See’s über „Turangi“ in den „Tongariro Nationalpark“. Bald begleiten uns auf unserer Fahrt die drei noch immer aktiven Vulkane: der von Gletscher überzogene „Mount Ruapehu“ (2797 m), der kegelförmige „Mount Ngauruhoe“ (2287 m) und der „Mount Tongariro“(1967m). Ein sehr imposantes Trio!
Dazwischen gibt es mehrere kleinere Krater. Warnschilder und Schranken, welche die Strasse innert Minuten sperren können, machen darauf Aufmerksam, dass es jederzeit zu einem Vulkanausbruch kommen könnte. Seismographen und direkte Beobachter überwachen vor allem den „Mount Ruapehu“ weil man schon seit 2005 den Ausbruch von dessen Kratersee’s befürchtet. Das ganze „Tongariro Massiv“ ist in der Unesco-Liste als Welterbe der Menschheit aufgeführt.
Um diese besondere Landschaft etwas ruhiger geniessen zu können, als dies während der Fahrt möglich ist, besuchen wir den am Fusse des „Mount Ruapehu“ gelegenen winzigen Ort „Whakapapa Village“. So wie wir uns dem Oertchen nähern, sticht uns das grosse Luxushotel „Chateau Tongariro“ ins Auge. Dieser Prunkbau stört uns so sehr inmitten dieser grossartigen Szenerie, weshalb wir ohne Kaffeehalt weiter nach „Ohakune“ in den Top 10 Holiday Park fahren. /RS

18.01.2011
Wer sich wie Martin und ich vier Tage in „Napier“ aufhalten darf, geniesst wahre Ferientage! 1931 hat ein Erdbeben der Stärke 7,9 die Stadt in Schutt und Asche gelegt. Die Stadt wurde trotz Weltwirtschaftskrise unverzüglich wieder aufgebaut: relativ erdbebensicher und im damaligen Art-déco-Stil der 20er Jahre. Dekorative Muster mit Goldauflagen, unterschiedlich farbige Zackenlinien an pastellfarbenen Gebäuden, viele davon mit Veranden, prägen das heutige Ortsbild.
„Napier“ liegt in einer wunderschönen Bucht an der Ostküste, am Rande des Pazifischen Ozeans. Hier wachsen einige der besten Weine Neuseelands und wir haben uns besonders an den wunderbaren Weissweinen erfreut. Die Rotweine sind bestimmt auch von guter Qualität doch leider wurden sie uns mehrmals zu warm serviert.
Die am Meeresufer, mit Norfolk-Kiefern gesäumte Marine Parade, lädt uns und die vielen anderen Touristen zum Flanieren ein. Nachdem Martin und ich die Stadt erkundet haben, entschliessen wir uns zu einem kurzen Abstecher nach „Hastings“. Eine Ebene, die von Obstplantagen bedeckt und natürlich auch ein schönes Weingebiet ist. Danach geniessen Martin und ich vor allem die atemberaubende Meersicht auf die „Hawkes Bay“ von unserem grossen Balkon aus. /RS

15.01.2011
Früh am Morgen verlassen wir „Wellington“ über die SH2 und können so die stark befahrene SH1 an der Westküste umgehen. Unser Ziel ist es, auf halbem Weg nach „Napier“, in der Region „Wairarapa“, eine Unterkunft zu suchen. Dieses Gebiet wird nach dem “Lake Wairarapa“ genannt. Einem riesigen See von 8000 ha Fläche. In dieser Region soll es über 300 Mio. Schafe geben! Unser Weg führt auf einer schlängelnden Strasse durch locker besiedeltes, hügeliges Farmerland. Die Weiden sind vielerorts gelb infolge fehlenden Regens und wir fragen uns, was diese Vieh- und Schafherden auf diesen Weiden noch zu fressen finden. Zudem haben natürlich die wenigsten Herden einen Sonnen- oder Regenunterschutz, wie z.B. nahe Bäume. Nachdem wir ein paar ländliche Dörfer durchquert haben ruft in „Greytown“ der „early morning tea“. Dieses Städtchen ist die älteste Siedlung von „Wairarapa“ und entlang der Hauptstrasse sind die meisten Gebäude noch im ursprünglichen viktorianischen Stil gebaut und natürlich vollständig aus Holz.
Heute sind darin zahllose Boutiquen, Antiquitätenläden und Restaurants untergebracht. Eine eigentliche Touristenstrasse mit Souveniers aber auch vielen attraktiven Kunst- und Artdekor Gegenständen. In diesem hübschen Ort suchen wir vergeblich nach einem kühlen Bett und so nehme ich das Steuer nochmals in meine schwitzenden Hände und bald haben wir die 323 km von „Wellington“ bis „Napier“ geschafft. Nun gilt es noch eine kühle Dusche zu finden und direkt am Strand gelegen, mit voller Sicht auf das Meer und schönem Balkon finden wir diesen Traumort, das „Harbour View Motel“. /RS

Wellington

14.01.2011
Der sonnige Tag lädt zu einem Ausflug in den Botanischen Garten, hoch über der Stadt, ein. Die 1902 in Betrieb genommene Zahnradbahn bringt uns von dem alten Stadtkern hinauf auf den Hügel.
Oben angekommen geniessen wir erst einmal den Blick auf die Stadt und die umliegenden Hügel, welche wegen dem Platzmangel in der engen Hafenbucht mit Villen und Einfamilienhäuser verbaut sind. Schön angelegte Fusswege führen zu den einzelnen Highlights durch den ruhigen, 25 ha grossen Garten. Dieser besteht aus einheimischem Busch und verschiedenen weiteren Gärten. Der „Lady Norwood Rose Garden“ zeigt in über 106 Rosenbeeten englische Rosenklassiker und Neuzüchtungen nebeneinander. Ein anderes, farbenfrohes Spiel bilden verschiedenfarbige Hortensien. Eine besondere, ebenfalls grössere Gartenecke mit Sukkulenten bepflanzt, führt weiter zum Begonienhaus mit Orchideen, Schlingpflanzen etc. Und immer wieder schauen wir staunend an den hohen, sehr alten Bäumen hinauf, welche den Charme dieses besonderen Gartens ausmachen. Ein gemütlicher Spaziergang führt uns durch einen sehr alten Friedhof hinab ins Stadtzentrum. Ein Bummel am Hafen Quai entlang rundet diesen schönen Tag ab. /RS

13.01.2011
Nach einer stürmischen, regenreicher Nacht weht uns heute morgen ein kalter Südwind um die Ohren. Ein guter Tag einige Stunden in einem der grössten Nationalmuseen der Welt zu verbringen. Dem „Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa“ in „Wellington“. Es umfasst die Grösse von ca. drei Fussballfelder und wurde 1998 eröffnet. Das Museum liegt direkt an der Strandpromenade und allein schon der architektonisch, asymmetrische Bau fasziniert. Auf fünf Stockwerken bietet es einen abwechslungsreichen, spannenden Gang durch die Geschichte des Landes, den Einfluss aller eingewanderten Kulturen auf das heutige Neuseeland und natürlich auf Fauna und Flora.
Eine riesige „Maori Sammlung“ mit einem einzigartigen Versammlungshaus, Kriegskanu’s, Maori Kunstwerken usw. ist in einer eigenen Galerie untergebracht.
In einer Freiluftausstellung streifen wir durch einen Regenwald, stehen vor einem Wasserfall, kriechen in eine Glühwürmchenhöhle und stossen in einer weiteren Höhle auf Dinosaurierknochen.
Bedeutende Ausstellungen aus aller Welt finden auch immer wieder den Weg hierher. Im Moment werden Gemälde von 70 europäischen Malern aus dem 19th – 20th Jahrhundert (aus dem „Städel Museum“ Frankfurt) präsentiert. Es sind Meisterstücke von Picasso, Degas, Renoir, Klee, Monet und viele mehr darunter. Berauschend schöne Bilder! (Martin muss üben, üben, üben)!
Ein weiteres High-Light ist eine Fotoausstellung von Brian Brake. Neuseelands bekanntester und erfolgreichster Fotograf. Seine Arbeiten wurden in Magazin’s wie „Life“, „Paris Match“ und „National Geographie“ publiziert. Darunter sind seltene Fotos aus dem kommunistischen China während den Jahren um 1950, Monsun Bildern aus Indien und Ablichtungen von Pablo Picasso, Mao Zedong und Queen Elisabeth. Eine wunderbare Ausstellung, die Länder wie Indien, Afrika, Vietnam, China, Japan, Australien, Neuseeland und auch wenigen europäischen Ländern in Bildern lebendig werden lassen.
Neuseeland hat sich in diesem einzigartigen Museum ein Denkmal gesetzt!
Erst am späteren Nachmittag haben wir diesen aufregenden Ort verlassen und sind auf müden Füssen durch diese quirlige Stadt über die „Cuba Street“ Richtung Bahnhof gegangen. Cafés, Kneipen, Schnellimbissen von unterschiedlichsten Ländern, Secondhand Läden, Boutiquen, Gallerien, Buchläden, CD-Shop’s mit lauter Musik, Schmuckläden, viele Touristen und Freak’s geben dieser Fussgängerzone ein interessantes Gesicht. Inzwischen hat sich die Sonne durchgesetzt und auf der Strasse stehen Tische, Stühle und Bänke für müde Gesellen wie Martin und mich. Mit der Metro geht es zum Motel zurück. /RS

12.01.2011
Heute Mittag verlassen wir „Picton“, das wir während unseres kurzen Aufenthaltes richtig lieb gewonnen haben und fahren mit dem Fährunternehmen der „Interislander“ in die Hauptstadt Neuseelands, nach „Wellington“. Die See ist ruhig und wir können die dreieinhalb stündige Ueberfahrt durch den „Queen Charlotte Sound“ und die Meerenge der „Cook Strait“ geniessen. Die Fähre fasst 600 Fahrzeuge, zusätzlich viele LKW’s und 1650 Passagiere. Die Passagiere werden während dieser Fahrt mit Kino’s, Restaurant’s, Kinderhort, Kiosk usw. unterhalten.
„Wellington“ zählt über 400’000 Einwohner und ist die zweitgrösste Stadt Neuseeland’s. Doch wie wir uns der Stadt nähern, sehen wir erst einmal viel bewaldetes Bergland und die Stadt, die als schmalen Streifen am Ufer des Meeres gebaut ist. Doch bald blitzen zwischen üppigem Grün viele weisse Häuser an den Hügeln auf. Etwas später, bei der Einfahrt in den Hafen, sehen wir deutlich die City-Skyline mit den sehr modernen Hochhäuser. Mit Wehmut denke ich an die Südinsel mit der dünnen Besiedelung, den riesigen Schaffarmen, einsamen Küsten und den Kleinstädten, die haupsächlich aus Niedrigbauten bestehen. /RS

Blenheim – Nelson

10.01.2011
Endlich geht es wieder los! Unsere erholsamen Ferien in Nelson sind vorbei und wir freuen uns auf die Weiterreise. Erstes Ziel: „Picton“. Die Fahrt führt uns nach Havelock“ über den „Queens Charlotte Drive“. Dabei müssen wir die „Pelarus Bridge“ überqueren. Je mehr wir uns dieser Brücke nähern, desto deutlicher sind die Spuren der Verwüstungen, welche von der katastrophalen Ueberschwemmung, die das Land kurz vor Weihnachten überflutet hat, zu sehen. Diese Strasse war für viele Tage danach unpassierbar und auf dem ganzen Weg bis Picton sind noch immer grosse Mengen Ueberreste der Schlammlawinen am Strassenrand aufgeschichtet. Trotzdem ist die Fahrt auf enger, kurvenreicher Strasse, hoch über die „Marlborough Sounds“, von einer solchen Schönheit, dass wir immer wieder anhalten, um von den Ausstellplätzen hinunter auf die stillen Buchten, oder die malerischen, kleinen Ferienorte mit ihren Ankerplätzen zu schauen.
In „Linkwater“ verlassen wir den „Queens Charlotte Drive“ und erreichen über einen kleinen Pass den „Kenepuru Sound“. Hier ist alles auf Fischfang, Wandern, Wassersport und Geniessen ausgerichtet. Diese Sounds mit den vielen Buchten, Inseln und Wasserstrassen sind eigentliche Naturwunder und von einzigartiger Faszination. Das Licht und die Farbe des Wassers zeigt sich immer wieder anders in dieser zerklüfteten Natur. Wir fahren bis zum Ferien Ressort „Portage“ und stärken uns direkt am Wasser mit „Fisch & Chip’s“. Dabei beobachten wir das Kommen und Gehen von Wassertaxis, ein beliebtes Fortbewegungsmittel in den Sounds.
Zurück über den „Queens Charlotte Drive“ geht es nun direkt nach „Picton“. Die Stadt liegt am oberen Ende des „Queen Charlotte Sound“ und dient als Fährhafen zwischen der Nord- und Südinsel. Diese kleine Stadt, die zwischen Bergen und Meer eingebettet liegt, ist von ganz besonderem Reiz. Zahlreiche Fähren, viele Wassertaxis, Segel- und Motorboote verkehren in der Bucht. An den Bojen ankern Yachten in allen Grössen. Martin’s Seglerherz pocht laut. /RS

06.01.2011
Unsere Auszeit vom Reisen neigt sich langsam dem Ende zu. Die Stadt Nelson, mit ihrem milden, fast mediterranen Klima, haben wir während dieser drei Wochen so richtig lieb gewonnen und als eine sehr offene, fröhliche Stadt erlebt in der viel gelacht wird. Den Camper haben wir so wenig wie möglich bewegt, umso öfters sind wir zu Fuss unterwegs gewesen. Im Sommer wird diese Stadt von Touristen und Backpackern buchstäblich überrannt. Wer nicht im Voraus für eine Unterkunft gesorgt hat, findet nur schwerlich einen Schlafplatz. Vielleicht am Hausstrand von Nelson, an der „Tahunanui Beach“ unter funkelndem Sternenhimmel?

Einige der Sehenswürdigkeiten dieser Stadt sind hier kurz erwähnt:

Christ Church Cathedral: am oberen Ende der zentralen „Trafalgar Street“, auf dem „Church Hill“, steht unübersehbar der graue Glockenturm der anglikanischen Christ Church Cathedrale, die zwischen 1925 und 1972 erbaut wurde. Das eigentliche Wahrzeichen von Nelson. Eine lange, breite Granittreppe führt hinauf zum Gotteshaus, in welchem bunte Glasfenster den Innenraum in ein warmes Licht tauchen.

Queens Gardens: ein sehr alter, geschützter Park, der 1887 eröffnet wurde und nach der damaligen Königin Victoria genannt wurde. Einige Bäume sind über 150 Jahre alt.

Suter Art Gallery: Diese städtische Kunstgalerie wurde 1899 errichtet und in Erinnerung an einen der Bischöfe der Stadt so benannt. Es werden wechselnde Ausstellungen, Musicals, Filme und Theater geboten. Ein Raum ist für Neuseeländisches Kunsthandwerk reserviert und wie so oft an solchen Orten wird auch hier in einem Café für das leibliche Wohl gesorgt.

Centre of New Zealand: Ein Wanderweg im „Botanical Reserve“ führt hinauf auf den „Botanical Hill“, dessen Gipfel die geografische Mitte Neuseelands markiert. Von da überblickt man die Stadt, in der noch sehr viele Häuser im viktorianischen Stil gebaut sind, den Hafen, das „Tal von Maitai“ mit dem geichnamigen Fluss, entlang dem viele Spaziergänger auf schmalen Wegen durch eine parkähnliche Landschaft flussaufwärts gehen, und wie Martin, auch Biken.

Founders Historic Park: Direkt am Wasser liegt im 5 ha grossen Park die Rekonstruktion eines historischen Dorfes, das aus mehreren, präsentablen Gebäuden aus der Pionierzeit aufgebaut wurde.
(ähnlich Ballenberg).

Miyazu Japanese Gardens: Abwechslungsreiche Gärten mit Teichen und fröhlich schnatternden Enten, lauschige Sitzecken, kleine Brücken welche über ein Bächlein oder einen kleinen See führen, eine Zierkirschen-Allee und Haine aus verschiedenartigem Bambus. Dieser ruhige, vor ca.sechzehn Jahren, wunderbar angelegte Garten, stösst nahezu ans Meer.

WOW – World of Wearable Art & Classic Car Museum:
In den „WOW“ Ausstellungsräumen werden die bizzarsten und betörensten Kleidungsstücke von Modedesignern aus aller Welt gezeigt. Kunstwerke aus allen nur möglichen Materialien – spannend und witzig – die auf einer Drehbühne mit tollen Lichteffekten präsentiert werden.
Unter demselben Dach befindet sich auch eine beeindruckende Sammlung von vierzig bestens erhaltenen Oldtimern.
Im angegliederten Café kann man bei einem guten Afternoon Tea diesen Wow-Effekt noch etwas nachwirken lassen.

Höglund Art Glass Gallery: Eine farbenprächtige Ausstellung von mundgeblasenen Glaskunstwerken.

Nelson Provincial Museum: Ein modernes, 2005 mitten in der Innenstadt eröffnetes Provinz Museum. Es zeigt die geografische Entstehung des Landes und die Geschichte der ersten Pioniere, die 1842 im Hafen von Nelson angelegt haben. Es werden viele kulturelle Erbstücke aus dieser Zeit ausgestellt. Z.B. alte Bücher mit den Namen derer, die mit den ersten Schiffen ankamen. Die Namen der vielen Gestorbenen, die die monatelange Schiffsfahrt nicht überlebt haben (darunter viele Kinder), Alltagsutensilien von den Ueberführungs-Booten, Kleider, Geschirr, Aufzeichnungen von den Essensrationen, den Krankheiten und dem Leben im Allgemeinen auf diesen Booten.
In einem mit Bildern versehenen Ringheft wird die erste Ueberfahrt fiktiv aus der Sicht eines 13 jährigen Mädchens erzählt. Diese Geschichte ist mir sehr unter die Haut gegangen. Und es ist mir auch so richtig bewusst geworden, wie jung dieses Land erst ist.

Nelson Market: Jeden Samstag findet ein Kunst- und Kunsthandwerksmarkt statt, bei denen die Künstler oft persönlich anwesend sind. Dazwischen stehen viele Frucht- und Gemüsestände mit hausgemachten Esswaren von Farmern aus der Umgebung.

Jazz and Blue’s Festival: vor 20 Jahren wurde der „Nelson Jazz Club“ gegründet und das Juwel dieses Clubs ist das alljährliche Festival, das dieses Jahr vom 2.-9. Januar 2011 stattfindet. Es wird sowohl tagsüber, als auch bis in den Abend hinein in diversen Lokalen, auf Plätzen, am Hafen und in den Strassen vielfältige Musik geboten. Da die meisten Konzerte gratis sind kann Jedermann daran teilhaben. Familien bringen gar ihren Piknic mit und hören in entspannter Atmosphäre diesen Musikern zu.

What a wonderful City!

/RS

2.1.2011 Segeln in Nelson
Heute habe ich die Gelegenheit mit Nick James (unserem B&B Host) und seinen Freunden auf einer 28 Fuss Jacht zu segeln. Es stellt sich heraus, dass der Besitzer des Bootes und sein Schwiegervater eigentlich nur wenig vom Segeln verstehen und wir zwei die Aufgabe haben einen kurzen Segelausflug mit Instruktionen zu machen. Mit Motor gehts aus der Hafensteganlage und schon bald können wir die Segel setzen und bei schönem Wind aufs offene Meer hinaussegeln. Nick erklärt die einzelnen Einrichtungen, wie sie zu handhaben sind und ich steuere bei 3 – 4 Bf und kurzer steiler Welle gegen den Wind an. Es macht richtig Spass bei dem herrlichen Sommerwetter zu segeln. Bei der Rückkehr in den Hafen bestaunen wir die grösste jemals gebaute Segeljacht in NZ, die Kokomo III. Ihre Daten: 58.4 m lang, Carbon Masthöhe 74.3 m, Grosssegel 883 m2, Genoa 1151 m2, Spi 2227 m2. Die Jacht sieht einfach traumhaft aus. (Siehe Fotos im Fotoalbum) /MS

25.12.2010
Am 20.Dezember verlassen wir wehmütig „Pohara“ mit seiner „Golden Beach“. Es regnet noch immer, die Berge sind in Nebel gehüllt und der Gedanke an die Autofahrt über den steilen „Takaka Hill“ zurück über „Motueka“ nach „Nelson“ bereitet mir etwas Kummer. Doch Petrus hat Erbarmen mit uns und kurz vor dem Anstieg über den Pass lässt der Regen nach. Am frühen Nachmittag fahren wir mit unserem Camper beim „Annick House“ in „Nelson“ vor. Hier erwartet uns ein schönes Studio mit einem Zweiflammen-Gasherd. Die Kochstelle ist für uns deshalb wichtig, weil wir sehr gerne unser Essen selber zubereiten, insbesondere da es in den grossen Supermarkets eine Vielfalt von sehr frischen Lebensmitteln zu Kaufen gibt. Gemüse, Früchte und natürlich fangfrischen Fisch und butterzartes Fleisch von Tieren, die ganzjährig auf der Weide gehalten werden. Ich freue mich immer, wenn ich sehe wie die Muttertiere zusammen mit ihren Jungen leben.
Von unserem „neuen Zuhause“ aus erreichen wir zu Fuss in ca. 10 Minuten das Zentrum der Innenstadt. Dieses Studio wird für uns über die Fest- und Feiertage und bis zum 12.Januar 2011 unsere Bleibe sein. Ferien vom Reisen nennt man das!
„Nelson“ wird wegen seines milden Klimas und jährlichen 2400 Sonnenstunden sehr geschätzt und liegt direkt an der „Tasmansee“.Ihr fruchtbares Hinterland wird von den „Southern Alps“ und dem dritten Nationalpark der Region, den“Nelson Lakes“, begrenzt.
„Nelson“, mit seinen beinahe 44’000 Einwohnern ist ein quicklebendiger Ort und man sagt, dass es eine der lebenswertesten Städte Neuseelands ist. Es leben und arbeiten hier viele Künstler und so gibt es in den Geschäften der Innenstadt nebst dem üblichen Verkaufsangebot viele Kunstobjekte zu Kaufen. Mein Vorschlag von einem Container voll schöner Werke an die Schützenstrasse zu schicken ist bei Martin auf taube Ohren gestossen. /RS

19.12.2010
seit dem 15.Dezember logieren wir in einem einfachen „Pohara Beach Top 10 Holiday Park Cabin“. Der Park liegt direkt am Strand und von unserem Bett aus können wir das Meeresrauschen hören, die Möwen und die Gezeiten beobachten, und selten fährt weit draussen auf offener See ein Dampfer vorbei. Für mich ist dieser Ort ein bisschen wie „Himmel auf Erden“. Die zwei nächsten Tage nach unserer Ankunft trommelt der Regen Tag und Nacht ununterbrochen auf unser Wellblechdach und wir sind froh darüber, dass wir an Ort eine Einkaufsmöglichkeit haben und den Camper stehen lassen können. Die ausgetrocknete Erde kann das viele Wasser kaum schlucken.
Endlich können wir in den mitgeschleppten Bücher lesen und ich geniesse die Ruhe und das Rauschen des Wassers.
Am dritten Tag zeigt sich die Sonne wieder und wir fahren zuerst einmal nach „Takaka“, dem wirtschaftlichen Zentrum der „Golden Bay“. Bei unserer Ankunft ist die Hauptstrasse abgesperrt und viele Samichläuse und Engelchen spazieren in fröhlicher Weihnachtsstimmung durch die Strasse. Aufwendig geschmückte Oldtimer Autos stehen am Strassenrand und bereiten sich auf einen Umzug vor. In Schottenröcken gekleidete Musiker spielen laute Trompetenmusik und natürlich fehlt auch die fröhlich tanzende Einwohnerschar nicht. Wir schauen dem lustigen Treiben eine Weile zu und fahren dann weiter mit Ziel „Collinwood“. Bei einem Halt oberhalb einer einsamen Meeresbucht beobachten wir viele schwarze Schwäne mit ihren Jungen.
Bald erreichen wir „Collinwood“, ein ruhiges, kleines Fischerdorf an der Mündung des „Aorere River“. Ab hier starten die Touren zum nördlichsten Punkt der Südinsel, dem „Farewell Spit“, ein international bedeutsames Feucht- und Vogelschutzgebiet. In „Collingwood“ legen zudem viele Tracker einen Zwischenstop ein, bevor sie sich auf den 82 Kilometer langen und vier bis sechs Tage beanspruchenden “Heaphy Track“ durch den „Kahurangi National Park“ begeben.
Wieder in „Pohara“ zurück machen wir abends nochmals einen langen Spaziergang am Strand. Barfuss, den feinen, warmen Sand zwischen den Zehen spüren. I love it!
Schon in der Nacht weckt uns wiederum ein schwerer Regenguss aus dem Schlaf und unser letzter Tag hier an der traumhaft schönen Golden Bay Beach in „Pohara“ verbringen wir nochmals lesend auf unserem „King-Size Bed“. /RS

15.12.2010
„Motueka“ ist für viele Reisende ein Durchgangsort zur „Golden Bay“, sowie des „Abel Tasman“- und des „Kahurangi National Parks“. So auch für uns, obwohl wir uns beide sehr wohl fühlen in diesem „Top 10 Holiday Park“ und gerne noch etwas bleiben würden. Die Neuseeländer sind ein sehr reisefreudiges Volk und für viele von ihnen hat die grosse Sommerferien- und Reisezeit begonnen. Es ist deshalb fast hoffnungslos ein Cabin oder Park-Motel spontan in einem „Top 10“ zu buchen. So haben wir vor längerer Zeit schon ein Cabin in „Pohara“, unserem nächsten Reiseziel, ab morgen gebucht. Unterwegs zum südlichsten Punkt der „Golden Bay“ verlassen wir die Hauptroute und machen einen Abstecher zur ebenfalls sehr bekannten und beliebten „Kaiteriteri Beach“. Ein goldgelber, flacher Sandstrand und klares, grünes Wasser empfängt uns hier und man möchte gerne bleiben. Eine enge, (beinahe) Passstrasse führt uns zurück nach „Riwaka“, wo wir wieder auf die Hauptroute gelangen. Ab hier windet sich die Strasse langsam aber stetig durch die atemberaubende Landschaft den „Takaka Hill“ (791m) hinauf. Dieser hohe Sattel trennt die „Tasman Bay“ von der „Golden Bay“ und ist zugleich die einzige Verbindungsstrasse zwischen den Bergen der „Abel-Tasman-Halbinsel“ und dem „Kahurangi-Gebirgsland“. Die „Golden Bay“ wird durch den „Farewell Spit“ (nördlichster Punkt der Südinsel) und die Bergrücken der beiden Nationalparks vor den regenreichen Westwinden und der rauhen See geschützt. Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Ziel „Pohara“ und ich freue mich vier Nächte im selben Bett zu schlafen. Nur wenige Meter trennt uns vom Strand und unser erster Abend hier bietet uns einen berauschend schönen Sonnenuntergang. /RS

14.12.2010
Nach zwei Tagen Aufenthalt im schönen Städtchen „Blenheim“ packen wir unsere Sachen und fahren weiter Richtung „Nelson“. In „Picton“ verlassen wir die Hauptroute und folgen dem „Queen Charlotte Drive“ nach „Havelock“. Die enge, sehr kurvenreiche Strasse führt uns abwechslungsweise hoch über das Meer und wieder steil hinunter zur Küste. Die tollen Ausblicke auf die „Queen-Charlotte“-Halbinsel und natürlich auf die vielen Meeresbuchten lassen keine hohen Fahrgeschwindigkeiten zu und verlangen meine ganze Aufmerksamkeit am Steuer. Es gibt auch hier viele unvorsichtige Autofahrer und leider entsprechend viele Tote. Wenn die Route besonders anspruchsvoll zum Fahren ist, halten wir öfters einmal an, sodass auch ich die Aussicht in Ruhe geniessen kann. In „Havelock“ werden im nahe liegenden „Pelorus Sound“ (einer grossen Flusslandschaft), Lachse und die in ganz Neuseeland als Delikatesse bekannten grünen Miesmuscheln gezüchtet. Nachdem wir „Havelock“ hinter uns gelassen haben, fallen uns bald die über sehr weite Strecken abgeholzten Hügel auf. Kahlschlag! Früher bestimmte die Holzindustrie und die Goldminen das Leben der hiesigen Einwohner. Heute wird mit viel Mühe wieder aufgeforstet.
Dem „Pelorus River“ entlang durchfahren wir das „Rai Valley“ nach “Whangamoa“, „Hira“ über „Wakapuaka“ nach „Nelson“. Wir nehmen uns die Zeit für einen kurzen Halt im Hafen und der Innenstadt dieses lebendigen Ortes. In ca. fünf Tagen werden wir hier Ferien von unserer Reise machen und dann genügend Zeit haben diese interessante Stadt zu erkunden. Heute aber wollen wir weiter in den „Top 10 Holiday Park“ in „Motueka“. /RS

13.12.2010
Das grosse Weinbaugebiet Blenheim liegt schön eingebettet in dem flachen Wairau Valley und bildet einen wohltuenden Kontrast nach der langen Reise durch die gebirgige Landschaft der Westküste und deren Sounds.
Das Weinparadies Marlborough ist mit 60% Rebfläche das grösste Weinbaugebiet Neuseelands und erntet im Durchschnitt 8 – 9 to/ha weisse Trauben. Berühmt sind die Weissweine Sauvignon Blanc und Chardonnay. Seit einigen Jahren erweitern innovative Weinbauern ihr Sortiment mit Pinot Gris, Gewürztraminer und Riesling. Entsprechend jung sind die angebauten Rebstöcke.
Auf meiner Wein Degustationstour, (High Light Wine Tours) die ich nur empfehlen kann, habe ich bei Cloudy Bay und Lawson Dry Hill armdicke Rebstöcke gesehen, die mehr als 30 – 50 Jahre alt sind. Die produzierten Weine sind von entsprechend hoher Qualität. Nicht alle degustierten Weine entsprechen meinem Geschmack, obwohl sie sehr teuer und auf internationalen Wettbewerben Goldmedaillen gewinnen. Wir besuchten innerhalb sechs Stunden 6 Wineries und ich degustierte dabei 36 Weine. Man probiert dabei nur kleinste Mengen und schüttet den Rest weg. Trotzdem glaube ich, dass es mir nicht mehr möglich war bis zum Schluss der Degustation alle Weine objektiv zu beurteilen. Ich habe deshalb keine Rotweine probiert und mich auf Sauvignon Blanc, Chardonnay, Pinot Gris und Gewürztraminer beschränkt. Die besuchten Wineries waren: Lawson Dry Hill, Wither Hills, Wairau River, Gibson Bridge, Cloudy Bay, No. 1 (Champagnerart) und die Bier Brauerei Moa.
Die degustierten Weine habe ich für mich klassifiziert und werde die Favoriten (Wairau River; Gibson Bridge und Cloudy Bay) sicher noch in Restaurants oder Super Markets finden und genussvoll während unserer Reise mit Ruth celebrieren.
Beeindruckt hat mich vor allem die maschinelle Pflege der Rebstöcke. Die Reben werden im zweiseitigen Kordon gezogen. Da die Trauben nur unten entlang des Kordons wachsen, können die Triebe senkrecht hochgezogen und mit Drähten auf beiden Seiten stabilisiert werden. Ein U – förmiger Schnittroboter fährt während der Wachstumsphase durch die einzelnen Rebstockreihen und schneidet seitwärts und oben radikal alles Vorstehende ab. Dadurch entsteht ein dichtes Laubgewirr oberhalb des Kordons und die freihängenden Trauben können unten bei Reife maschinell geerntet werden.
Gewässert werden die Rebstöcke nie, was dazu führt, dass die Wurzeln tief in den steinigen Boden vordringen. So werden die Mineralien und sonstigen fruchtbildenden Stoffe aufgenommen und dem Wein diese charakterbildenden, konzentrierten Eigenschaften vermittelt.
Fazit für mich: ich werde meine Reben in Trockenperioden nicht mehr wässern um so aromatischere Trauben zu bekommen. Auch platzen so die Beeren weniger. /MS

12.12.2010
Die Fahrt von „Kaikoura“ nach „Blenheim“ führt uns fast ausschliesslich der wunderbar wilden Pazifik-Küste entlang. Bei einer Autofahrtrast machen wir einen kurzen Spaziergang dem „Ohau River“ entlang, hinauf zu einem Wasserfallbecken wo in der Winterzeit die Pelzrobben ihre Jungen gebären. Auf kleinstem Raum überwintern hier hunderte von Robbenbabys mit ihren Müttern. Hier sind sie in Sicherheit von ihren Feinden. Bald erreichen wir das „Marlborough-Weingebiet“. Grosse Rebflächen rechts und links der Strasse führen uns über das flache „Wairau Plain“ nach „Blenheim“, der grössten Stadt in der Region um „Marlborough“. Martin will morgen an einer Wein Degustationstour teilnehmen, während ich mir das hübsche Städtchen anschaue und vielleicht einen Coiffeur aufsuche. /RS

Eastcoast

11.12.2010
Unsere Beine sind müde vom vielen Herumstehen und Sitzen. Ich mache mir ernsthafte Gedanken darüber, ob diese lange Reise unserer Fitness, oder besser gesagt unserer Gesundheit, nicht abträglich ist. Zu Beginn der Reise haben wir einen festen Vorsatz gefasst: täglich eine körperliche Aktivität und sei es auch nur eine Stunde spazieren, einige Turnübungen usw. Es ist bis jetzt leider oft bei dem Vorsatz geblieben. Meist sind wir abends einfach zu müde von der Reise, den Erlebnissen, dem Esswaren einkaufen, Ein- und Auspacken, Kochen oder ins Restaurant gehen.
Heute aber haben wir unseren Camper ausserhalb von „Kaikoura“ auf einen Parkplatz nahe der Robbenkolonie geparkt, mit dem Vorsatz den Wanderweg über den „Point Kean“ zu gehen und hoch über den Klippen der Küste entlang zu spazieren. Schon beim Aussteigen aus dem Auto können wir die Robben sehen. Grosse und Kleine. Sie räckeln sich auf den Felsen, schlafen, jagen und spielen im Wasser. Elegante Kormorane sitzen auf den schwarzen „Rock’s“ und breiten ihre Flügel zum Trocknen aus. Reiher, Wattläufer und Weisskopf-Lachmöwen runden dieses fantastische Bild ab. Nach dem sich unsere freudige Aufregung etwas legt, bleiben wir ruhig auf einer Bank sitzen, sodass sich einige Robben ungestört wähnen und sich bis auf wenige Meter uns nähern. „Amazing“!
Etwas später gehen wir los und mit jedem Schritt wird die Aussicht auf das Meer grossartiger, haben wir doch schon Panoramasicht von 270 Grad. Bald erreichen wir einen Aussichtspunkt wo eine lange Treppe hinunter zur Küste führt. Ein Schild macht uns darauf aufmerksam, dass nebst unzähligen Robben auf diesem Küstenabschnitt hunderte von Vögeln, vor allem aber Möwen nisten und man diesen Nestern nicht zu nahe kommen darf. Selbstverständlich gilt dasselbe für die Robben. Der Lärm der Möwen lockt uns hinunter und wir werden mit ohrenbetäubendem Gekreische empfangen. Auf engen, mit dem hiesigen weissen „Lime-Stone“ angelegten Pfaden können wir ganz nahe an diesem unbeschreiblichen „Sealife“ teilhaben. /RS

10.12.2010
Wir haben die Nacht in „Kaikoura“ in einem schönen Cabin auf dem „Top 10 Campingplatz“ verbracht. „Kaikoura“ liegt in einer traumhaften Bucht am Pazifik und ist heute Ziel von tausenden von Reisenden aus aller Welt. Und das vor allem wegen der vielen hier lebenden Walfischen und Delphinen, sowie der Seevögel und den verschiedenen Arten von Albatrossen. Die Erklärung für diese Vielfalt von Meerestieren sind die warmen und kalten Strömungen in der Meerestiefe und der Kontinentalverschiebung (von 90m auf 800m Tiefe und weiter draussen noch viel tiefer). Wenn die Strömung aus dem Süden auf die Kontinentalplatte trifft, erzeugt das einen aufwärts Strom der die Nährstoffe vom Meeresgrund nach oben befördert und so zu diesem Nahrungsüberfluss für die Meerestiere führt. In der Schweiz sind schon öfters Bilder von hier gestrandeten Walen am Fernseher über den Bildschirm geflimmert. Es war für mich immer ein sehr trauriges Bild, diese riesigen Tiere in ihrem Todeskampf auf dem Sand liegen zu sehen.
Heute haben wir die Gelegenheit auf einer Wal-Beobachtungstour muntere Wale auf offener See zu beobachten. Leider zeigt uns nur ein ca. 16 Meter grosser Pottwal den Rücken und beim späteren Abtauchen seine riesige Schwanzflosse. Allerdings findet dieses Spektakel in unmittelbarer Nähe unseres Bootes statt. Es sind hier auch immer wieder Orcas (Killerwale), Grindwale, Pelzrobben, der grosse Tümmler und viele verschiedene Seevögel zu sehen. Wieder etwas näher bei der Küste begleiten uns hunderte von verschiedenartigen Delphinen und Albatrosse mit über drei Meter Spannweite segeln über unserem Boot. /RS

09.12.2010
Eine grossartige Autofahrt führt uns heute von „Hamner Springs„ nach „Kaikoura“. Die abwechslungsreiche Landschaft von der Westküste ins Gebiet der „Canterbury“ haben wir schon vorgestern bei der Fahrt von „Westport“ über den Lewispass nach „Hamner Springs“ als besonders schön empfunden. Nur zwei Strassen durchqueren die „Southern Alps“, welche die Westküste von „Canterbury“ trennen: Der „Arthur’s Pass“(920m) und der „Lewis Pass“ (863m). Ausserdem gibts noch eine Eisenbahnlinie.
Auf der heutigen Fahrt fällt uns als erstes auf, dass nach dem „Lewis Pass“ die Felder und Wiesen schon recht trocken sind. Die weite Canterbury Ebene wirkt auf uns wie eine Patchwork Decke.
Breite Flussbeete mit klarem Wasser oder viel grauem Geröll, bewässerte grüne Wiesen und Felder, dunkle Wälder, trockene gelbe und braune Felder und wiederum grosse Vieh- , Schaf- , Wild-, Lama- und Alpaca Herden. Und seit Beginn unserer Reise begleiten uns die „Manukabäume“.
Diese haben es Martin ganz besonders angetan. Die feinen weissen Blüten an diesem Strauch oder Baum sehen tatsächlich bezaubernd aus.
Manuka ist in Neuseeland eine traditionelle Heilpflanze der Ureinwohner und gehört zur Familie der Teebäume. Bekannt wurde bei uns Manuka erst durch das Teebaumöl. Manuka-Öl hat eine stark keimtötende Wirkung gegen Bakterien, Viren und Pilzen. Während ihrer Blüte stellen die hiesigen Imker ihre Wanderbienenstöcke in diese Gebiete, um so einen ganz besonders aromatischen Honig zu gewinnen. Die „Manuka-Essenz“ wird auch in der Kosmetikindustrie verwendet und natürlich in der Naturheilkunde. /RS

7.12.2010
Wir verlassen Westport Richtung Ostküste und fahren nochmals durch dichten Regenwald. Dabei passieren wir Reefton, eine alte Goldgräberstadt, deren Häuser uns an alte Hollywood – Wildwestfilme erinnern. Weiter gehts über den Lewispass ins Waiautal, ein wilder Fluss mit breitem Flussbett, der uns mehrfach zum Fotohalt zwingt. Die Natur hier ist einfach gigantisch und ich werde nicht müde die Kamera immer wieder zu benutzen um wenigstens ein bisschen davon einzufangen.
Unser Ziel ist Hanmer Springs, ein Badekurort mit geothermischen Wasserquellen. Das mineralreiche Grundwasser mit einer Temperatur von konstant 52° wird hochgepumpt und als Wärmespender für die diversen Pools verwendet. Ich mache mich sofort auf den Weg diese berühmte Badeanlage zu geniessen. Die runden Pools haben unterschiedliche Temperaturen von 28 – 41°C. Eines stinkt dabei stark nach faulen Eiern (Schwefelbad) soll aber sehr gesund sein 🙂 . Entspannt nach zwei Stunden Badevergnügen gehts heimwärts. /MS

Westcoast

06.12.2010
„Westport“ ist eine Stadt, die von der Geschichte des Kohlebergbaus bestimmt ist. Gegründet wurde die Stadt während der Zeit des Goldrausches, 1860. Ab hier wurde die Kohle aus den umliegenden Minen im Hafen verladen. „Westport“, die Kohlenstadt hat ein gut dokumentiertes Kohlemuseum “. In einem Videofilm und vielen Objekten, wie z.B. rostigen Minenausrüstungen, die aus dem Kohlebergbau stammen, lassen den Abbau und das harte Leben in dem bergigen, zerklüfteten Terrain lebendig werden. Dazu trägt ein Rundgang durch eine Stollenattrappe bei. Sehr eindrücklich!
Im Museum wird auch die Zeit der Holzfällerei via Video und ebenfalls ansehlichen Ausstellungststücken dokumentiert. Die Engländer haben hier die uralten, hochgewachsenen Urwaldbäume wie z.B. Kauriwälder abgeholzt und geplündert. Das Holz wurde vor allem für die Schifffahrt verwendet.Das Herz blutet, wenn man sich diesen Film ansieht! Aus diesem Grunde hat die Neuseeländische Regierung viele National Parks geschaffen, um die restlichen Bestände zu schützen.
Ausserdem wird auch in diesem Museum die Goldgräberzeit dargestellt und gezeigt, wie armselig diese Abenteurer gelebt und gehaust haben. /RS

05.12.2010
Der Tag beginnt mit einer Enttäuschung: wir haben uns zu einer organisierten Tour zu einem Kohlebergwerk angemeldet. Die Sandwiches sind gestrichen, der Rucksack gepackt. Aber jetzt ist der Berg „Stockton“, auf dem unser Ziel, die Kohleabbau Mine, von dicken nebligen Wolken verhangen. Die Tour ist abgesagt: Schade!

So entschliessen wir uns zu einer Autofahrt dem „Buller River“ entlang und dem „Buller Gorge“ entgegen. Dieser River macht sich zuerst in einer Küstenschwemmebene breit, um sich danach durch ein enges Tal zu zwängen. Als erstes erreichen wir die „Lower Buller Gorge“, wo der Fluss am engsten eingeschnürt wird. Danach geht es weiter über mehrere „Einbahn-Brücken„ und unter überhängenden Felsvorsprüngen hindurch zum „Buller Gorge“. Hier steht die längste Hängebrücke Neuseelands. 110 Meter lang. Diese gehört zu einem privat betriebenen Park mit Wanderwegen, einem Wasserfall, Schnellbootfahren und man kann sein Glück sogar im Goldwaschen für 10 Dollar versuchen. Martin und ich überqueren diese leicht schwingende, sehr enge Hängebrücke zu Fuss und nach einem kurzen Spaziergang durch einen Wald erreichen wir die Brücke wieder von der anderen Seite. Martin geht wiederum zu Fuss darüber und ich entschliesse mich für das „Flying Fox“. Das ist wie eine sehr einfache Materialdrahtseilbahn die den Fluss überquert. Das Seil scheint mir etwas dünn, doch der sympathische Junge, der mich wie ein Paket auf einen schwebenden Sitz fest zurrt, versichert mir, dass noch niemand in den Fluss abgestürzt und von einem Aal verschlungen worden ist. Auch ich komme heil am anderen Ufer des River’s an. Leider donnert das Paket Ruth am Ende der Fahrt ungebremst gegen einen Stopper – etwas zurück und noch zweimal gegen den Stopper. Bei der Rückfahrt mit dem Auto muss ich an ein Schleudertrauma denken, habe ich doch undefinierbare ungute Gefühle im Nacken/Kopfbereich. Heute geht es mir wieder gut und Martin und ich beschliessen auf jeden Fall auf Bungy-Springen zu verzichten. Ha-Ha. /RS

03.12.2010
Wir fahren in einen neblig verhangenen Morgen hinein, weiter die Westküste der Südinsel entlang mit dem Ziel „Westport“. Die Westküste ist eigentlich nur ein langer schmaler Streifen zwischen dem Hauptkamm der Neuseeländischen Alpen und der Tasmansee. Hier regiert die tosende Meeresbrandung, aus dem Meer ragende schwarze Felsen und der Urwald, der vielerorts bis zum Meer hinunter reicht. Die Strasse nordwärts führt meistens der Küste entlang und ist sehr aufregend. Ein Naturphänomen auf dieser Strecke sind die sogenannten „Pancake Rocks“ (Pfannkuchenfelsen) bei „Punakaiki„. Ueber Tausende von Jahren wurden Kalksteinwände von Regen, Wind und Salzwasser durchlöchert und so sind fein geschichteten Felsformationen und durch die peitschende See viele Brandungshöhlen entstanden. Diese „Pancake Rocks“ kann man auf einem sicheren Rundgang über Brücken, die über senkrechten Abgründen gebaut sind, bestaunen. Das ganze Gebiet liegt im „Paparoa Nationalpark“ und dieses Küstengebiet begeistert uns durch seine gezackten, steilen Kliff’s, kleinen Inseln im Meer, und immer wieder diese einsamen unzugänglichen Sand- und Kieselstrände.
Nach dieser wunderbaren Fahrt erreichen wir „Westport“ früh genug, um noch das reizvolle „Cape Foulwind“ zu besuchen. Ueber ein welliges Plateau erreicht man zu Fuss die sehr hohen Kliffs des Caps. In den Mulden wächst auf den Felsen niederer Busch. Der Wanderweg führt uns zu einem Leuchtturm mit Rundsicht auf das schäumende Meer. Weit unten in der „Tauranga Bay“ tummeln sich viele Pelzrobben Weibchen mit ihren Jungen. Zurück beim Camper erlaubt uns der flache Sandstrand (dank Ebbe), barfuss zu den felsigen Kliffs zugelangen. Eigentlich wollen wir nur den warmen Sand unter den Füssen spüren. Plötzlich räckelt sich nur wenige Meter vor uns in den Felsen eine ausgewachsene männliche Pelzrobbe. Das Tier ist mindestens über zwei Meter lang und sehr dick. Nach einem vorsichtigen Fotoshooting ziehen wir uns beeindruckt zurück. Ein feines Diner im „The Bay House Café“ , angeblich eines der besten Restaurants Neuseeland’s, krönte diesen Ereignis reichen Tag. /RS

02.12.2010
Heute sind wir ohne grosse Erwartungen zum nahen Badesee „Lake Kaniere“ losgefahren. Wir sind praktisch allein unterwegs und der See hat ruhig und wunderschön da gelegen. Am ganzen Ufer entlang sind kleine Sandbank Buchten auszumachen und wir haben uns auf den Boden gesetzt und dem Pfeiffen der vielen Vögel gelauscht und zum ersten mal hören wir auch den berühmten „Bellbird“ singen. Ganze Entenfamilien ziehen an uns vorbei. Die Seen hier faszinieren uns schon deshalb, weil deren Ufer durchwegs unbebaut und der Natur überlassen werden. Nur an Orten mit Seeanstoss, und wo der Tourismus blüht, gibt es Seepromenaden, Parks usw.. Aber keine privaten Abgrenzungen. Der See ist überall für jedermann zugänglich.
Auf dem Rückweg beschliessen wir auch die „Hokitika Gorge Swingbridge“ zu besuchen.
Zu Fuss gehen wir über eine Hängebrücke. Diese überspannt eine tiefe Schlucht wo milchig blau-grünes Wasser grosse Granitblöcke umspült. Das Licht ist faszinierend, liegt die Schlucht doch wiederum in einem dichten Regenwald und die Sonne muss den Weg durch hohe Bäume und Sträucher suchen. /RS

01.12.2010
Es sieht allmählich so aus als ob wir länger an dem kleinen Ort „Hokitika“ bleiben müssten als wir geplant haben. Wir wollten am Donnerstag nach Greymouth weiterziehn, doch findet dort morgen der grosse Gedenktag für 29 Kohlenmineure statt. Diese sind am 19.11.2010 im nahe gelegen Kohlebergwerk verschüttet worden und konnten leider nicht gerettet werden. Eine wahre Tragödie!
Für uns wird dort an diesem Tag wohl kein Durchkommen und auch keine Unterkunft frei sein weil tausende von Neuseeländer und Journalisten aus aller Welt an diesen Ort pilgern. Also bleiben wir noch etwas hier.
„Hokitika“ ist ein Ort der während der Goldgräberzeit gegründet wurde. Ab hier wurde tonnenweise Gold wegtransportiert. Als der Goldsegen bald einmal versiegte zogen viele Leute weg von hier. Heute lebt der Ort hauptsächlich vom Tourismus und der Bearbeitung von neuseeländischer Jade. Wir haben uns heute Nachmittag im „West Coast Historical Museum“ diese Goldrauschzeit etwas näher zu Gemüte geführt. Ein Videofilm, viele Fotos und Anlagen zur Goldgewinnung hat uns diese spezielle Zeit näher gebracht.
In „Hokitika“ steht auch „The National Kiwi Centre“. Da der Kiwi ein nachtaktiver Vogel ist haben wir ihn bis jetzt in der freien Natur nicht zu Gesicht bekommen und es leben auch nicht mehr all zu viele von dieser Art.¨ Der Kiwi, das Wahrzeichen Neuseelands, hat keine Flügel und somit flugunfähig, hat einen runden Körper, ein grobes Federkleid und einen auffällig langen Schnabel. Ein interessantes Tier, leider durften wir ihn nicht fotografieren. Im selben Gebäude leben auch noch verschiedene Fische, Krebse und Tuatara’s, das sind die weltältesten Dinosaurier, die sich seit über 225 Millionen Jahre nicht mehr verändert haben. Ausserdem kommt man bei dem Rundgang an einem hohen, runden Aquarium vorbei. Darin stehen und liegen beinahe unbeweglich riesige, dicke Ungetümer. Lauter weibliche Aale. Diese Tiere hier sind zwischen 85 + 100 Jahre alt, ca. 2 m lang und wiegen ca. 20 kg. Es sind viel zu viele davon in diesem Wasser und es hat mich nur so geschaudert bei ihrem Anblick. Unbeweglich liegen sie mit ihren langen, oberschenkeldicken, schlüpfrigen Körpern im Wasser, einige strecken sich aus einer Höhle, andere liegen einfach so im Wasser, Auge in Auge mit den Besuchern. Awful, wie man so schön englisch sagt. Da sich diese Tiere in den Flüssen und Seen von Neuseeland aufhalten werde ich in diesen Gewässer aufs Baden verzichten. /RS

29.11.2010
Diese Nacht haben wir im „Fox Glacier Village“verbracht. Ein kleines Dorf im Busch. Nach dem Frühstück, das Martin immer liebevoll mit Tee und Müesli mit Früchten zubereitet, machen wir uns auf den Weg zum Fusse des ca. 13 km langen „Fox Gletschers“. Ein Grossteil der Neuseeländischen Alpen ist vergletschert. Der nahe „Franz Josef Glacier“, als auch der „Fox Glacier“ weichen leider jährlich stark zurück und bewegen sich sehr schnell talwärts. Da er in ständiger Bewegung ist schimmern die Abbruchstellen und Spalten wunderbar bläulich. Ganz anders als z.B. der „Berninagletscher“, der mit Geröll abgedeckt ist. Es fasziniert uns auch, wie die Gletscherzunge den küstennahen Regenwald berührt. Weiter durch Regenwald, fahren wir der Westküste entlang nordwärts. Dabei überqueren wir viele wilde, breite Flussläufe und kommen an windgepeitschten alten Bäumen vorbei. So würde sich Martin seine Bonsai wünschen. Ein Abstecher nach „Okarito“ führt durch grossflächige Moorlandschaften und liegt zwischen der „Okarito Lagoon“ und dem Tasmanischen Meer. Zwei Fischer haben am Strand vor unseren Augen einen kleinen Haifisch geangelt. Nach ca. 150 km Autofahrt erreichen wir unser Ziel „Hokitika“. In einem gemütlichen, direkt am Strand gelegenen Blockhaus, wiegt uns das Meeresrauschen in den Schlaf. /RS

28.11.2010
Heute geht unsere Reise weiter von Wanaka dem „Wanaka See“ und dem „Lake Hawea“ entlang zum „Haast Pass“ und zur „West Coast.“ Nur eine schmale 35 km lange Landenge, genannt „The Neck“, trennt die beiden Seen voneinander. Der „Lake Hawea“ liegt zwischen Hügeln und Bergen und ist, wie die meisten Seen hier, von einer wunderbar reinen blauen Farbe. Darin tummeln sich viele Forellen und Lachse. Ein wahres Fischerparadies! Bald lassen wir die Seen hinter uns und es geht hoch zum „Haast Pass“ um danach steil hinunter in Richtung Westküste zu fahren. Das Klima an der Westküste ist sehr feucht infolge der häufigen, schweren Regenfällen. Die Strasse hinunter zur Coast führt uns durch einen Regenwald der undurchdringbar erscheint. Zerklüftete Berge mit Schneespitzen, Gletscher, der dichte Regenwald mit wucherndem dichten Farn der zu Bäumen auswächst, rauschende Flüsse und kleinere Seen lassen Martin immer wieder in Ah’s und Oh’s ausbrechen. Da ich das Steuer nur ungern aus den Händen gebe und das Autofahren mit unserem Camper und den zum grossen Teil engen, kurvigen Strassen meine ganze Aufmerksamkeit erfordert, sehe ich nicht ganz soviel von der Umgebung, wie Martin. Wir legen aber immer wieder einen Stopp ein, um wenigsten einen kleinsten Teil der so vielen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Das sind dann kleine Spaziergänge zu einem Wasserfall, an einem Fluss entlang oder ein Gang durch ein Dorf mit dem obligaten Café Besuch. Der Regenwald, so faszinierend er auch ist, birgt eine sehr unangenehme Seite in sich: Sandfliegen und Moskitos! Man kann ihnen eigentlich kaum entkommen und auch wenn man sich mit Chemie schützt finden die frechen, blutsaugenden Biester immer wieder eine ungeschützte Stelle um einen zu plagen. Die Bisse sind sehr schmerzhaft und quälen über Tage. /RS