Archiv für den Monat November 2010

Westcoast

06.12.2010
„Westport“ ist eine Stadt, die von der Geschichte des Kohlebergbaus bestimmt ist. Gegründet wurde die Stadt während der Zeit des Goldrausches, 1860. Ab hier wurde die Kohle aus den umliegenden Minen im Hafen verladen. „Westport“, die Kohlenstadt hat ein gut dokumentiertes Kohlemuseum “. In einem Videofilm und vielen Objekten, wie z.B. rostigen Minenausrüstungen, die aus dem Kohlebergbau stammen, lassen den Abbau und das harte Leben in dem bergigen, zerklüfteten Terrain lebendig werden. Dazu trägt ein Rundgang durch eine Stollenattrappe bei. Sehr eindrücklich!
Im Museum wird auch die Zeit der Holzfällerei via Video und ebenfalls ansehlichen Ausstellungststücken dokumentiert. Die Engländer haben hier die uralten, hochgewachsenen Urwaldbäume wie z.B. Kauriwälder abgeholzt und geplündert. Das Holz wurde vor allem für die Schifffahrt verwendet.Das Herz blutet, wenn man sich diesen Film ansieht! Aus diesem Grunde hat die Neuseeländische Regierung viele National Parks geschaffen, um die restlichen Bestände zu schützen.
Ausserdem wird auch in diesem Museum die Goldgräberzeit dargestellt und gezeigt, wie armselig diese Abenteurer gelebt und gehaust haben. /RS

05.12.2010
Der Tag beginnt mit einer Enttäuschung: wir haben uns zu einer organisierten Tour zu einem Kohlebergwerk angemeldet. Die Sandwiches sind gestrichen, der Rucksack gepackt. Aber jetzt ist der Berg „Stockton“, auf dem unser Ziel, die Kohleabbau Mine, von dicken nebligen Wolken verhangen. Die Tour ist abgesagt: Schade!

So entschliessen wir uns zu einer Autofahrt dem „Buller River“ entlang und dem „Buller Gorge“ entgegen. Dieser River macht sich zuerst in einer Küstenschwemmebene breit, um sich danach durch ein enges Tal zu zwängen. Als erstes erreichen wir die „Lower Buller Gorge“, wo der Fluss am engsten eingeschnürt wird. Danach geht es weiter über mehrere „Einbahn-Brücken„ und unter überhängenden Felsvorsprüngen hindurch zum „Buller Gorge“. Hier steht die längste Hängebrücke Neuseelands. 110 Meter lang. Diese gehört zu einem privat betriebenen Park mit Wanderwegen, einem Wasserfall, Schnellbootfahren und man kann sein Glück sogar im Goldwaschen für 10 Dollar versuchen. Martin und ich überqueren diese leicht schwingende, sehr enge Hängebrücke zu Fuss und nach einem kurzen Spaziergang durch einen Wald erreichen wir die Brücke wieder von der anderen Seite. Martin geht wiederum zu Fuss darüber und ich entschliesse mich für das „Flying Fox“. Das ist wie eine sehr einfache Materialdrahtseilbahn die den Fluss überquert. Das Seil scheint mir etwas dünn, doch der sympathische Junge, der mich wie ein Paket auf einen schwebenden Sitz fest zurrt, versichert mir, dass noch niemand in den Fluss abgestürzt und von einem Aal verschlungen worden ist. Auch ich komme heil am anderen Ufer des River’s an. Leider donnert das Paket Ruth am Ende der Fahrt ungebremst gegen einen Stopper – etwas zurück und noch zweimal gegen den Stopper. Bei der Rückfahrt mit dem Auto muss ich an ein Schleudertrauma denken, habe ich doch undefinierbare ungute Gefühle im Nacken/Kopfbereich. Heute geht es mir wieder gut und Martin und ich beschliessen auf jeden Fall auf Bungy-Springen zu verzichten. Ha-Ha. /RS

03.12.2010
Wir fahren in einen neblig verhangenen Morgen hinein, weiter die Westküste der Südinsel entlang mit dem Ziel „Westport“. Die Westküste ist eigentlich nur ein langer schmaler Streifen zwischen dem Hauptkamm der Neuseeländischen Alpen und der Tasmansee. Hier regiert die tosende Meeresbrandung, aus dem Meer ragende schwarze Felsen und der Urwald, der vielerorts bis zum Meer hinunter reicht. Die Strasse nordwärts führt meistens der Küste entlang und ist sehr aufregend. Ein Naturphänomen auf dieser Strecke sind die sogenannten „Pancake Rocks“ (Pfannkuchenfelsen) bei „Punakaiki„. Ueber Tausende von Jahren wurden Kalksteinwände von Regen, Wind und Salzwasser durchlöchert und so sind fein geschichteten Felsformationen und durch die peitschende See viele Brandungshöhlen entstanden. Diese „Pancake Rocks“ kann man auf einem sicheren Rundgang über Brücken, die über senkrechten Abgründen gebaut sind, bestaunen. Das ganze Gebiet liegt im „Paparoa Nationalpark“ und dieses Küstengebiet begeistert uns durch seine gezackten, steilen Kliff’s, kleinen Inseln im Meer, und immer wieder diese einsamen unzugänglichen Sand- und Kieselstrände.
Nach dieser wunderbaren Fahrt erreichen wir „Westport“ früh genug, um noch das reizvolle „Cape Foulwind“ zu besuchen. Ueber ein welliges Plateau erreicht man zu Fuss die sehr hohen Kliffs des Caps. In den Mulden wächst auf den Felsen niederer Busch. Der Wanderweg führt uns zu einem Leuchtturm mit Rundsicht auf das schäumende Meer. Weit unten in der „Tauranga Bay“ tummeln sich viele Pelzrobben Weibchen mit ihren Jungen. Zurück beim Camper erlaubt uns der flache Sandstrand (dank Ebbe), barfuss zu den felsigen Kliffs zugelangen. Eigentlich wollen wir nur den warmen Sand unter den Füssen spüren. Plötzlich räckelt sich nur wenige Meter vor uns in den Felsen eine ausgewachsene männliche Pelzrobbe. Das Tier ist mindestens über zwei Meter lang und sehr dick. Nach einem vorsichtigen Fotoshooting ziehen wir uns beeindruckt zurück. Ein feines Diner im „The Bay House Café“ , angeblich eines der besten Restaurants Neuseeland’s, krönte diesen Ereignis reichen Tag. /RS

02.12.2010
Heute sind wir ohne grosse Erwartungen zum nahen Badesee „Lake Kaniere“ losgefahren. Wir sind praktisch allein unterwegs und der See hat ruhig und wunderschön da gelegen. Am ganzen Ufer entlang sind kleine Sandbank Buchten auszumachen und wir haben uns auf den Boden gesetzt und dem Pfeiffen der vielen Vögel gelauscht und zum ersten mal hören wir auch den berühmten „Bellbird“ singen. Ganze Entenfamilien ziehen an uns vorbei. Die Seen hier faszinieren uns schon deshalb, weil deren Ufer durchwegs unbebaut und der Natur überlassen werden. Nur an Orten mit Seeanstoss, und wo der Tourismus blüht, gibt es Seepromenaden, Parks usw.. Aber keine privaten Abgrenzungen. Der See ist überall für jedermann zugänglich.
Auf dem Rückweg beschliessen wir auch die „Hokitika Gorge Swingbridge“ zu besuchen.
Zu Fuss gehen wir über eine Hängebrücke. Diese überspannt eine tiefe Schlucht wo milchig blau-grünes Wasser grosse Granitblöcke umspült. Das Licht ist faszinierend, liegt die Schlucht doch wiederum in einem dichten Regenwald und die Sonne muss den Weg durch hohe Bäume und Sträucher suchen. /RS

01.12.2010
Es sieht allmählich so aus als ob wir länger an dem kleinen Ort „Hokitika“ bleiben müssten als wir geplant haben. Wir wollten am Donnerstag nach Greymouth weiterziehn, doch findet dort morgen der grosse Gedenktag für 29 Kohlenmineure statt. Diese sind am 19.11.2010 im nahe gelegen Kohlebergwerk verschüttet worden und konnten leider nicht gerettet werden. Eine wahre Tragödie!
Für uns wird dort an diesem Tag wohl kein Durchkommen und auch keine Unterkunft frei sein weil tausende von Neuseeländer und Journalisten aus aller Welt an diesen Ort pilgern. Also bleiben wir noch etwas hier.
„Hokitika“ ist ein Ort der während der Goldgräberzeit gegründet wurde. Ab hier wurde tonnenweise Gold wegtransportiert. Als der Goldsegen bald einmal versiegte zogen viele Leute weg von hier. Heute lebt der Ort hauptsächlich vom Tourismus und der Bearbeitung von neuseeländischer Jade. Wir haben uns heute Nachmittag im „West Coast Historical Museum“ diese Goldrauschzeit etwas näher zu Gemüte geführt. Ein Videofilm, viele Fotos und Anlagen zur Goldgewinnung hat uns diese spezielle Zeit näher gebracht.
In „Hokitika“ steht auch „The National Kiwi Centre“. Da der Kiwi ein nachtaktiver Vogel ist haben wir ihn bis jetzt in der freien Natur nicht zu Gesicht bekommen und es leben auch nicht mehr all zu viele von dieser Art.¨ Der Kiwi, das Wahrzeichen Neuseelands, hat keine Flügel und somit flugunfähig, hat einen runden Körper, ein grobes Federkleid und einen auffällig langen Schnabel. Ein interessantes Tier, leider durften wir ihn nicht fotografieren. Im selben Gebäude leben auch noch verschiedene Fische, Krebse und Tuatara’s, das sind die weltältesten Dinosaurier, die sich seit über 225 Millionen Jahre nicht mehr verändert haben. Ausserdem kommt man bei dem Rundgang an einem hohen, runden Aquarium vorbei. Darin stehen und liegen beinahe unbeweglich riesige, dicke Ungetümer. Lauter weibliche Aale. Diese Tiere hier sind zwischen 85 + 100 Jahre alt, ca. 2 m lang und wiegen ca. 20 kg. Es sind viel zu viele davon in diesem Wasser und es hat mich nur so geschaudert bei ihrem Anblick. Unbeweglich liegen sie mit ihren langen, oberschenkeldicken, schlüpfrigen Körpern im Wasser, einige strecken sich aus einer Höhle, andere liegen einfach so im Wasser, Auge in Auge mit den Besuchern. Awful, wie man so schön englisch sagt. Da sich diese Tiere in den Flüssen und Seen von Neuseeland aufhalten werde ich in diesen Gewässer aufs Baden verzichten. /RS

29.11.2010
Diese Nacht haben wir im „Fox Glacier Village“verbracht. Ein kleines Dorf im Busch. Nach dem Frühstück, das Martin immer liebevoll mit Tee und Müesli mit Früchten zubereitet, machen wir uns auf den Weg zum Fusse des ca. 13 km langen „Fox Gletschers“. Ein Grossteil der Neuseeländischen Alpen ist vergletschert. Der nahe „Franz Josef Glacier“, als auch der „Fox Glacier“ weichen leider jährlich stark zurück und bewegen sich sehr schnell talwärts. Da er in ständiger Bewegung ist schimmern die Abbruchstellen und Spalten wunderbar bläulich. Ganz anders als z.B. der „Berninagletscher“, der mit Geröll abgedeckt ist. Es fasziniert uns auch, wie die Gletscherzunge den küstennahen Regenwald berührt. Weiter durch Regenwald, fahren wir der Westküste entlang nordwärts. Dabei überqueren wir viele wilde, breite Flussläufe und kommen an windgepeitschten alten Bäumen vorbei. So würde sich Martin seine Bonsai wünschen. Ein Abstecher nach „Okarito“ führt durch grossflächige Moorlandschaften und liegt zwischen der „Okarito Lagoon“ und dem Tasmanischen Meer. Zwei Fischer haben am Strand vor unseren Augen einen kleinen Haifisch geangelt. Nach ca. 150 km Autofahrt erreichen wir unser Ziel „Hokitika“. In einem gemütlichen, direkt am Strand gelegenen Blockhaus, wiegt uns das Meeresrauschen in den Schlaf. /RS

28.11.2010
Heute geht unsere Reise weiter von Wanaka dem „Wanaka See“ und dem „Lake Hawea“ entlang zum „Haast Pass“ und zur „West Coast.“ Nur eine schmale 35 km lange Landenge, genannt „The Neck“, trennt die beiden Seen voneinander. Der „Lake Hawea“ liegt zwischen Hügeln und Bergen und ist, wie die meisten Seen hier, von einer wunderbar reinen blauen Farbe. Darin tummeln sich viele Forellen und Lachse. Ein wahres Fischerparadies! Bald lassen wir die Seen hinter uns und es geht hoch zum „Haast Pass“ um danach steil hinunter in Richtung Westküste zu fahren. Das Klima an der Westküste ist sehr feucht infolge der häufigen, schweren Regenfällen. Die Strasse hinunter zur Coast führt uns durch einen Regenwald der undurchdringbar erscheint. Zerklüftete Berge mit Schneespitzen, Gletscher, der dichte Regenwald mit wucherndem dichten Farn der zu Bäumen auswächst, rauschende Flüsse und kleinere Seen lassen Martin immer wieder in Ah’s und Oh’s ausbrechen. Da ich das Steuer nur ungern aus den Händen gebe und das Autofahren mit unserem Camper und den zum grossen Teil engen, kurvigen Strassen meine ganze Aufmerksamkeit erfordert, sehe ich nicht ganz soviel von der Umgebung, wie Martin. Wir legen aber immer wieder einen Stopp ein, um wenigsten einen kleinsten Teil der so vielen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Das sind dann kleine Spaziergänge zu einem Wasserfall, an einem Fluss entlang oder ein Gang durch ein Dorf mit dem obligaten Café Besuch. Der Regenwald, so faszinierend er auch ist, birgt eine sehr unangenehme Seite in sich: Sandfliegen und Moskitos! Man kann ihnen eigentlich kaum entkommen und auch wenn man sich mit Chemie schützt finden die frechen, blutsaugenden Biester immer wieder eine ungeschützte Stelle um einen zu plagen. Die Bisse sind sehr schmerzhaft und quälen über Tage. /RS

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Wanaka

27.11.2010
Die Wettervorhersage meldet wiederum 30°C mit evtl Regenschauern, weshalb wir schon am morgen mit Mietvelos dem wunderbaren Seeufer entlang geradelt sind. Der Wanakasee ist das Ferienparadies schlechthin. Hier möchte man bleiben! Herrliche Badestrände mit Sicht auf Berge und Wälder locken viele Gäste zur Erholung an diesen kleinen Ort. /MS

26.11.2010
Wir verliessen heute Queenstown und sind eine der bisher schönsten Routen abgefahren. Erstes Ziel war die Goldgräberstadt Arrowtown. Vor rund 150 Jahren wurde hier Gold gefunden und innerhalb weniger Wochen 113 Kilo geschürft. Arrowtowns Bevölkerung wuchs schnell bis das Gold versiegte, trotzdem sind viele der alten Kolonialhäuser bis heute erhalten geblieben und es wurde keine Geisterstadt. Mit viel Liebe werden diese Gebäude gepflegt und renoviert und sind heute ein wichtiges Touristenziel.
Die Fahrt geht weiter in eines der südlichsten Weinbaugebiete Neuseeland: das Gibbston Valley.
Viele Weinbauern versuchen hier verschiedene Traubensorten anzubauen. Bekannt sind der Pinot Noir, Pinot Gris, Chardonnay und Gewürztraminer. Letzerer hat mich bis anhin am meisten überzeugt. Die Weinstöcke sind zum Teil noch recht dünn, was auf junge Pflanzen hinweist. Die Landschaft und das Klima ist vielversprechend mal gute Weine zu produzieren.
Das nächste High Light sind die Bungee Jumper am Kawarau River. Ein echter Adrenalin Kick muss wohl dieser Sprung in die Tiefe der Schlucht auslösen. Wir verfolgen einen Sprung in die Tiefe und fragen uns, was wohl unser Körper bei dieser Belastung durchmachen würde.
Nach diesem imposanten Halt gehts weiter Richtung Wanaka, die Landschaft ist grandios: Wilde Rosen, Manukasträucher dann plötzlich wieder Weinterassen, Schluchten etc. und am Schluss der Wanakasee unser Ziel für die nächsten drei Tage. Ein schwüler Nachmittag mit Temperaturen über 30 °C bringt uns zum schwitzen. /MS

Queenstown

25.12.2010
Heute habe ich mich für eine geführte Biketour angemeldet und ich bin gespannt, ob meine Fitness noch ausreicht die Tour durchzustehen. Zu meiner Ueberraschung sind wir nur zu Dritt. Rod Aikin, etwas jünger als ich, Guide Sebastian und ich. Wir bekommen moderne frontgefederte MTB, Helm und eine leuchtend gelbe Weste. Nach kurzer Einführung radeln wir zum Dampfschiffsteg und fahren mit dem Dampfschiff – Oldtimer (1912 gebaut) TSS Earnslaw über den Wakatipu See zur Walter Peak Station. Das Dampfschiff hatte früher eine wichtige Bedeutung zur Versorgung der umliegenden Farmer und wurde 1960 stillgelegt. 1969 hat eine Reiseorganisation das Schiff als Touristenattraktion wieder in Betrieb genommen und später liebevoll restauriert. Auf der Ueberfahrt spielt ein Pianist auf einem alten Flügel in der schönen Galerie und man wähnt sich um ein Jahrhundert zurückversetzt.
Walter Peak Station ist eine Show Farm, wo den Touristen verschiedene Aktivitäten gezeigt werden: Schaftreiben mit Bordercollie,Schafschur, Wollverarbeitung, Tierhaltung wie Schottische Rinderzucht, Rothirschfarming, Pferdezureitung usw. Hier starten wir zu unserer Biketour. Sebastian beschreibt uns den Weg, den wir fahren sollen und fährt dann mit seinem Anhängerfahrzeug ca. 15 km voraus. Zum Glück sind auf der staubigen Naturstrasse wenig Fahrzeuge unterwegs und wir zwei fahren gemütlich los. Die Küstenlinie immer rechts im Auge geht es stetig bergauf und bergab. Die Landschaft, die Luft, die Einsamkeit: einfach grandios! Im nu treffen wir Sebastian, der sich gerade aufs Bike setzt um uns entgegen zu fahren. Mit dem Begleitfahrzeug fahren wir ein kurzes, steiles Stück auf ein Hochplateau. Hier gehts dann wieder weiter mit dem Bike durch eine alpine Landschaft, wo nur noch Tussockgras, (eine speziell geschützte Spezies) wächst. Jetzt beschleunigen wir das Tempo und flitzen nur so dahin, ein Hochgenuss. Bei einer kleinen Schutzhütte machen wir halt, wo Sebastian uns mit einem Lunchpaket erwartet. Wir sind begeistert von der schönen Tour und fahren bald weiter zu den Mavora Lake. Ein einsamer, wunderschöner See mitten im Regenwald. Hier kehren wir um
und freuen uns auf die spätere steile Abfahrt zur Walter Peak Station, wo uns im schönen Restaurant ein Afternoon Tea mit Kuchen erwartet. Bald holt uns die TSS Earnslaw ab und bringt uns zurück nach Queenstown. /MS

24.11.2010
Gestern haben wir Queenstown erreicht. Schon die Autofahrt von TeAnau dahin war ein Genuss.
Und die Stadt, die am Gletschersee „Lake Wakatipu“ liegt hat die Grösse einer Kleinstadt und ist Anziehungspunkt von vielen Abendteuern. Hier bekommt man alles was den Adrenalinspiegel hebt: Bungee-Jumping, Höhlenwanderungen, Rafting, Schlitten-, Jetboat- und Skifahren Fallschirmspringen und Drachenfliegen, Segeln usw. Wir haben Queenstown von einer gemütlicheren Seite angegangen und haben wieder einmal in gut schweizerischer Manier mit Wanderschuhen und Stöcken den „Queenstown Hill“ erobert. Die Aussicht auf diese quirlige Stadt und auf den blauen, langgezogenen See mit den Bergen rund herum ist einfach phänomenal. Nicht umsonst wird Queenstown als einer der schönsten Plätze der Welt bezeichnet. /RS

22.11.2010
Ein sonniger, wunderschöner Tag liegt hinter uns. Nach dem verregneten „Milford Sound“ haben wir für heute den „Doubtful Sound“ gebucht. Der Name kommt von James Cook, der als Kapitän 1770 zweifelnd auf die schmale Eingangspassage zum Sound blickte und überlegte, ob er mit dem Schiff sicher hinein und wieder hinaus käme. Der Fjord ist 40 km lang und 421 m tief. Allein schon die Anreise ist abwechslungreich. Eine Busfahrt von TeAnau zum grossen „Lake Manapouri“ mit seinen 43 Inseln, den wir mit einem Katamaran überquerten. Am Ende des See`s angekommen haben wir die Generatorenhalle des Elektrizitätswerks Manapouri auf 213 m Tiefe unter den Bergen besucht. Die Neuseeländer sind sehr stolz auf dieses Jahrhundert Bauwerk, dessen Zufahrtswege und Hallen aus dem härtesten Granit herausgearbeitet wurden. Danach überquerten wir per Bus den kurvigen„Wilmot Pass“ der rechts und links vom Regenwald umgeben ist, um endlich zum Fjord zu gelangen. Erneut auf dem Boot erlebten wir wiederum Wildnis pur: dichte Wälder, hohe zerklüftete Berge, und viele Wasserfälle, Pelzrobben und Pinguine. Müde von dem achtstündigen Ausflug sind wir abends auf dem selben Weg zurück in TeAnau angekommen. /RS

Te Anau

20.11.2010
Vor zwei Tagen sind wir in TeAnau, einem kleinen herzigen Dörfchen am Ufer des zweitgrössten Sees Neuseelands, angekommen. Der See ist 53 km lang und 417 m tief und ist ursprünglich von einem riesigen Gletscher geschaffen worden. TeAnau ist die eigentliche Ausgangsbasis für Besuche des „Milford Sounds“ und „Doubtful Sounds“ und entsprechend oft trifft man hier auf Touristen, Trekker und Tramper aus aller Welt.
Wir haben für heute eine „Milford Sound“ Tour gebucht und bei strömendem Regen sind wir um acht Uhr früh von einem kleinen Bus abgeholt worden und haben auf der dreistündigen Hinfahrt von der landschaftlichen Schönheit dieser Gegend nur wenig mitbekommen. Kaum aber im Fjordland angekommen hat sich Petrus unser erbarmt und die Sonne durch die Wolken blinzeln lassen. Nun ging es per Schiff auf den 16 Kilometer langen Fjord. Vorbei an unglaublich steilen Bergen, an senkrechten Lawinenrutschungen die Pakete von Bäumen und Sträuchern in die Tiefe gerissen haben, vorbei am berühmtesten Berg des Fjordlands, dem „Mitre Peak“, der 1692 Meter hoch direkt aus dem Fjord herausragt; vorbei an bizarr geformten Felsen, hohen Bergen und unzähligen Wasserfällen, die aus hoher Höhe, z.B.“Bowen Falls“ (aus 160 m Höhe) oder „Stirling Falls“ (aus 146 m Höhe), herunter rauschen.
Viele Pelzrobben sonnten sich auf einem warmen Fels, auch drei Delphine haben sich von uns nicht gestört gefühlt und zwei kleine Gelbaugen Pinguine rutschten neben unserem Boot ins Wasser. Es folgt eine kurze Fahrt auf die offene Tasmansee und wieder zurück durch den Fjord an die Fährenanlegestelle.
Beeindruckt von dem zweieinhalbstündigen Bootstripp haben wir wieder im Bus Platz genommen und sind bei wechselnder Bewölkung durch den zum Weltnaturerbe ausgezeichneten Nationalpark zurück nach TeAnau gefahren. Auf dem Heimweg hat unser Tourenleiter noch mehrmals angehalten. So konnten wir bei kurzen Spaziergängen durch den feuchten Regenwald, der beidseits der Milfordstrasse dicht wie ein Dschungel gewachsen ist, die Füsse „vertrampen“ und haben so doch noch einen kleinen Einblick in die aussergewöhnliche Schönheit dieser Landschaft gewonnen.
/RS

Catlins

17.11.2010
Es ist sehr kalt und ich bin bis auf die Knochen durchgefroren. Schon in Christchurch habe ich viel gefroren und seit wir das Southland bereisen regnet es oft und der Wind bläst fast immer.
Wir sind gestern in Invercargill angekommen und haben als erstes eine Isuzu Autogarage aufgesucht, weil der Camper seit Tagen am Morgen beim ersten Start einen unsäglichen Lärm verursacht. Es mussten die Antriebsriemen ausgewechselt werden. Und hoffend auf Sonne und Wärme haben wir heute noch den nicht funktionierenden Airconditioner überprüfen lassen.
Es muss nun einfach einmal gesagt werden: Die Neuseeländer, mit denen wir bis heute Kontakt gehabt haben sind sehr aufmerksam, höflich und überaus hilfsbereit. Einfach angenehm!
Wir wurden in allen drei Garagen, die wir bisher aufsuchen mussten, prompt und sofort bedient.
Der Gast und Reisende ist hier wirklich willkommen.
Invercargill, ist Neuseelands südlichste Stadt und zugleich das Wirtschaftszentrum von Southland.
Den wirklich südlichsten Punkt von NZ ist „Bluff“, ein Exporthafen und zugleich Ausgangspunkt für die Fähren nach Stewart Island. Von dem 265 Meter hohen „Bluff Hill“ haben wir trotz des grauen Himmels das Panorama über das Meer und die vielen kleinen Inseln genossen. Da in „Bluff“ viele Fischereiflotten, welche die Küsten im Süden und Westen nach Fischen, Langusten und Austern abfahren, ihre Station haben, hat Martin die Gelegenheit genutzt und im Ort fangfrische Austern gegessen. /RS

15.11.2010
Die Catlins, wo wir uns seit gestern aufhalten, bilden den südlichsten Teil Neuseelands. Es ist eine hügelige Region mit abgelegenen Wäldern, steilen Kliffs, einsamen Buchten und Stränden. Nachdem wir unser warmes Bett verlassen haben sind wir losgezogen um die„McLean Falls“ zu besichtigen. Spektaktuläre Wasserfälle die man zu Fuss durch einen Regenwald erreicht.
Der Weg durch diesen dichten Urwald hat uns beide sehr beeindruckt, haben wir doch, ausser während unserer Reise in Malaysia, nie mehr eine ähnlich urhafte Flora und Fauna angetroffen.
Anschliessend haben wir einen kurzen Spaziergang zum „Lake Wilkie“ gemacht. Ein einsames Seelein wiederum in einem Wald versteckt. Es hätte uns nicht überrascht, wenn plötzlich Feen und Wichtelmännlein hinter den hohen Farnbäumen und den vermodernden, mit Moos überwachsenen,
ururalten Baumstämmen und -ästen hervorgeguckt hätten.
Vor unserem Abendessen werden wir noch einen grösseren Walk zum Meer hinunter machen. /RS

14.11.2010
Gestern früh sind wir den Hügel hinauf zum „Larnach Castle“ gefahren. Erbaut im Jahre 1871. Das einzige Schloss im ganzen Land. Wie so üblich bei Schlössern wird auch dieses von einem grossen Garten umgeben und der fantastische Blick auf die Halbinsel und den Hafen lässt mich wiederum staunen.
In der vergangenen Nacht haben uns Sturmböen aus dem Schlaf gerissen. Und während der ganzen Fahrt von Dunedin/Portobello nach Chaslands (Catlins) haben uns Windböen zwischen 6 – 8 Bf begleitet. Unser Camper wurde hin und her geworfen und obwohl die „Southern Scenic Route“ als kurvenreiche Küstenstrasse sehr gut ausgebaut ist, konnte ich nur mit knapp 60 km/h fahren. Ich bin ein echtes Strassenhindernis gewesen und musste immer wieder zur Seite fahren um die Autokolonne, die sich hinter mir gebildet hat, überholen zu lassen. Zum Glück haben wir dann mitten in den Wäldern einen schönen Campingplatz gefunden, wo wir zwei Tage bleiben wollen. /RS

Dunedin

12.11.2010
Eine lange, doch abwechslungsreiche Autofahrt hat uns gestern von Oamaru in südlicher Richtung, parallel zum Meer, nach Dunedin geführt. In Moeraki sind wir einem fantastisch schönen Strand entlang, bis zu den berühmten „Moeraki Boulders“, den uralten Felsblöcken, gelaufen. Das sind faszinierende, grosse kugelförmige Formationen, die vor Millionen von Jahren um Kalksteinkristalle entstanden sind.
Auch das feine Restaurant, das „Fleur’s Place“, das uns von verschiedensten Seiten empfohlen worden ist, haben wir aufgesucht. Von aussen eine etwas heruntergekommene Hütte, aber mit fangfrischem Fisch und feinem Gemüse. Dieses Mittagessen war besonders aufregend, konnten wir doch am vordersten Tisch, auf der Wiese und am Abgrund zur Küste sitzen und vor unseren Augen spielten drei Delphine im Meer. Kaum wieder auf der Strasse hat es zu regnen begonnen und mit den alten Scheibenwischer war die Sicht katastrophal und die Strasse eher eng. Es wurde dann auch entsprechend Kritik laut an meinem Fahrvermögen. Diese Wischer sind nun ersetzt! Wir übernachten in einem wunderschönen B&B in Portobello bei Jane and Mike.
Heute haben wir das Stadtzentrum von Dunedin durchstreift. Die Siedlungsgründer waren Schotten und Dank dem Reichtum, den der Goldrausch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebracht hat, ist eine prächtige viktorianische Stadt entstanden. So zeigt sich heute Dunedin in einer schönen Mischung aus alter und neuer Architektur. Ganz besonders erwähnenswert ist der Bahnhof aus dem Jahre 1906.
Und nun ist der Moment gekommen, wo mir Martin seine Fitness unter Beweis stellen konnte: Die angeblich steilste Strasse der Welt, mit einer Steigung von 38%, wollte er so weit es ihm möglich ist, joggend erklimmen.
Am späteren Nachmittag sind sind wir wiederum der Küste nach über „Wellers Rock Jetty“ zum Taiaroa Head gefahren. Grosse Wellen schlagen tosend an die schwarze, steile Küste und darüber kreischten unzählige Möwen und dazwischen segelten immer wieder Königsalbatrosse durch die Lüfte. Spektakulär! /RS

Oamaru

10.11.2010
Ich glaube, jede Stadt hat ihren Public Garten und einer ist schöner als der andere.
Direkt hinter unserem Campingplatz können wir über eine kleine Brücke in dieses kleine grüne Paradies. Die Rhodos sind voll erblüht. Kleine Kanäle,Teiche mit Enten mit ihren Jungen, Brücken, Ruhesitzplätze, Kinderspielplätze, ein chinesisch angelegter Garten, eine Voliere mit bunten Vögeln und natürlich wieder riesige, alte Bäume. Ich liebe diese Gärten über alles!
Gestern Abend haben wir mit einem Ausflugsbus die blaue und gelbe Pinguin Kolonie besucht. Die Vögel nisten in der ganzen Hafenregion und man hört sie schnattern und rufen, wenn sie in der Dämmerung vom Meer zurück zu ihren Brutstätten kommen. Lustig ist es zu beobachten, wenn die versammelte Schar aus dem Meer steigt und wie auf Kommando hinter einander über den Sand oder die Felsen watschelt, um zu ihren Jungen zu kommen. Sowohl die blauen Pinguine, wie auch die Gelbaugen Pinguine sind sehr klein, durchschnittlich ca. 20cm – 40cm. Sie sind vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung auf Nahrungssuche und schwimmen dafür bis zu 20 km weit aufs offene Meer hinaus. Ausserhalb der Brutzeit können sie hunderte von Kilometern an einem Stück zurücklegen.
Heute sind wir durch Oamaru mit ihren bekannten Kalksteingebäuden geschlendert und haben auch noch eine Schaukäserei besucht. Sie produzieren einen ausgezeichneten Blaukäse. Unsere gute Schweizer Hartkäsequalität findet man hier allerdings nicht. So haben wir uns heute ein Käse Abendessen mit einem Glas NZ-Rotwein gegönnt. /RS