Archiv für den Monat Januar 2011

Bay of Plenty

26.01.2011
Heute morgen begrüsst uns der Himmel mit leichter Bewölkung und angenehmer Temperatur. Der Wind bläst nur wenig. Ein idealer Tag um nochmals nach „Rotorua“ zu fahren. Ich erwähne den Wind deshalb, weil unser Camper relativ hoch und nicht sehr breit ist. Bei starkem Wind und hoher Fahrgeschwindigkeit schert das Auto gerne aus und kommt ins Wanken. Dann kralle ich mich buchstäblich am Steuerrad fest und ich kann mir keinen Sekundenblick seitwärts erlauben.
Wenn ich langsam fahre, kommt es schnell zu gefährlichen Ueberholungsmanövern und ich kann nicht überall anhalten, um die nachfolgenden Autos überholen zu lassen.
Schon nach einer Stunde Fahrt erreichen wir zum zweiten mal das Ziel „Rotorua“, das im Zentrum des Vulkanlandes der Nordinsel liegt: in der „Taupo Volcanic Zone“. Dieses 250 km lange und sehr zerklüftete Gebiet ist Teil einer Vulkankette, die man „Pacific Ring of Fire“ nennt. Die starken Eruptionen dieses Feuerrings haben dieses Land in ihrer Form stark geprägt. Noch immer aktiv sind der „Mount Ngauruhoe“ im Tongariro Nationalpark (um den herum wir am 20. Jan. gefahren sind) und der aktivste Vulkan „White Island“ auf der gleichnamigen Insel an der „Bay of Plenty“.
Wir besuchen heute die bei „Whakarewarewa“ gelegene „Te-Puia“ Geothermalzone. Diese liegt in der „Rotorua Caldera“ (komplexer Eruptions- und Einsturzkrater von mehreren Kilometern Durchmesser) mit dem zentralen „Lake Rotorua“.
Dieses besondere Gelände ist ein Erlebnis! Schon von weitem sehen wir an vielen Orten Wasserdampf zum Himmel steigen. Der berühmteste Geysir ist der „Pohutu“. Zehn bis zwanzig mal täglich schiesst dieser aktive Geysir kochend heisses Wasser bis zu 30 Meter (je nach Windverhältnissen) in die Luft. Es wird angenommen, dass Geysire ein kompliziertes Kanalsystem mit einer oder mehreren Kammern voll mit heissem Wasser, Wasserdampf und Gase besitzen. Durch die Hitze und den Druck darin beginnt das Wasser zu sieden und wird durch den Eruptionskanal hinauf und in die Luft geschleudert.
Ebenso interessant ist das Maori Dorf „Pikirangi“. Das Dorf ist so rekonstruiert, wie es vor der Ankunft der Europäer ausgesehen hätte. Einem Lagerhaus, einem Wohnhaus und auf einem grossen Versammlungsplatz das Versammlungshaus. In Letzterem werden wir von einer Maori Gruppe mit rituellen, drohenden Kriegsgebärden begrüsst. Ein Liebeslied und ein schöner Frauengesang mit Tanz gehören ebenso zur Aufführung. Natürlich treten alle Artisten in entsprechender Kleidung auf.
Unser Rundgang führt an mehreren grösseren und kleineren Tümpeln mit kochendem und spritzendem Schlamm vorbei. An manchen Tümpelrändern bildet der erstarrte Schlamm eine kleine „Mondlandschaft “.
Im „Kupe Sites“ Gebäude wird uns ein einzigartiger Einblick in die neuseeländische Vergangenheit geboten und in der Darstellung der legendären polynesischen Seefahrer Entdeckerfigur „Kupe“ (vor ca. 1000 Jahren) wird uns die Bedeutung von Landschaft und Tradition näher gebracht. Die Sprache der Maori ist eng mit dem Polynesischen verwandt und war nie tot. Sie wird heute wieder häufig gebraucht, in ganz Neuseeland in Schulen unterrichtet und es gibt mehrere Fernsehprogramme und Nachrichtensendungen auf Maori. Viele englische Ortsnamen bekommen wieder Maorinamen. Die Maori sind im Gegensatz zu den Aborigines in Australien bestens in die Gesellschaft integriert.
Interessanterweise steht auf dem Areal auch ein Kiwihaus. Der Kiwi, der Nationalvogel Neuseelands, ist nachtaktiv und flugunfähig. Er wird gross wie ein Huhn und ist sehr scheu, weshalb man ihn in der freien Natur kaum zu sehen bekommt. Die Maorihäuptlinge benutzen seine Federn gerne für ihren Häuptlingsumhang.
Die Maori haben auch eine Methode erfunden, aus neuseeländischer Flachsfaser einen Faden zu drehen, mit dem Kleidung von guter Qualität hergestellt werden kann. In einer eigens dafür eingerichteten Webstube kann man an Ort und Stelle dem Handwerk zuschauen.
Ebenfalls interessante Einblicke bekommt man in der hier untergebrachten „Nationalen Schnitzschule“. Hier wird das Maorikunsthandwerk, das Holzschnitzen, gelehrt und unter fachmännischer Anleitung erfahrener Meisterschnitzer an junge Maori weitergegeben.
In der nahen „Taonga Galerie“ können wir uns an solch hergestellten Einzelstücken erfreuen.
Auf dem Heimweg fahren wir durch die „Kiwihauptstadt der Welt“: „Te Puke“. Die Kiwifrucht Produktion hat eine grosse wirtschaftliche Bedeutung für Neuseeland.
Ein alteingesessenes Obstbauunternehmen bietet geführte Touren durch eine Obstplantage an. Martin interessiert sich natürlich auch dafür. Also setzen wir uns auf ein Wägelchen mit Gummirädern, das von einem als Lokomotive verkleideten Traktor gezogen wird und lassen uns bequem durch einen riesigen Obstgarten führen. Ueber ein Tonband werden gute Infos abgespielt und auf halber Strecke machen wir im Schatten einer Kiwireihe halt. Die Kiwi wird an Holzgestellen, bei denen die Früchte nach innen hängen, gezogen. (Pergolabauweise). Sie wird zwischen April und Juni unreif geerntet, dann auf 0 – 1 Grad abgekühlt und erst beim Versand in Kisten verpackt. Natürlich werden hier auch andere Früchte wie Birnen, Avocados, Orangen, Zitronen, Limes, Guaven, Granatäpfel, Grapefruit, Manderinen, Trauben, Pfirsiche und diverse Nüsse angebaut. Die ersten Kiwi Fruchtsamen wurden 1904 aus China gebracht. Seither wurden über 150 verschiedene Sorten identifiziert. Nur drei davon werden heute kommerziell angepflanzt. Diese empfindliche Frucht gedeiht nur in gemässigtem Klima, weshalb rund um die riesigen Plantagen sehr dichte, hohe Baumhecken gepflanzt sind, welche diese vor starkem Wind schützen. /RS

25.01.2011
vor zwei Tagen sind per E-Mail die Rückflugtickets bei uns eingetroffen. Wir fliegen genau einen Monat früher als vorgesehen in die Schweiz zurück (nach 16 statt 20 Wochen). Meine lustvolle Aufnahmefähigkeit stösst an seine Grenzen. Dabei lege ich die Betonung auf lustvoll. Ausserdem verhält sich der Wetter Petrus nicht nach unserem Wunsch.
Unsere Reisepläne gehen nämlich buchstäblich im Sturmregen baden. Wir haben zwar das Glück gehabt, das allerletzte „Cabin“ an der Bay of Plenty Beach, in Papamoa, erhalten zu haben. Direkt am Meer, etwas erhöht und nur ca. 20 Meter vom Strand entfernt steht dieses Häuschen auf einem Campingplatz und ist auf Stelzen gebaut. Das beruhigt ein wenig, denn das Meer tobt, schäumt und ist sehr laut, so als hätte sich der Teufel darin versteckt. Riesige Wellen überfluten den Strand. Ein gigantisches Schauspiel! Darum ist im Moment an kein Weiterfahren zu denken.
Wir haben das Cabin für die ganze Woche gemietet. Sobald sich das Unwetter legt, werden wir noch einmal nach Rotorua zu den Geysir und einem Maori Village fahren. Sonst werden wir die Zeit mit Lesen und am Computer verbringen und dabei immer mit einem Auge hinaus aufs Meer blicken. Es ist sooo schön, wie diese hohen Wellen ans Ufer peitschen, immer wieder eine neue Welle heran rollt und wieder eine Neue…. /RS

21.01.2011
Eigentlich wäre heute ein Ruhetag angesagt. Doch die uns verbleibende „Auszeit“ drängt nun plötzlich, weil wir uns für eine baldige Rückreise entschieden haben. Gebucht ist nun auf den 3.Februar 2011 Auckland – Zürich.
Wir entschliessen uns deshalb heute spontan zu einem kurzen Ausflug zum toten Vulkan „Mount Maunganui“ und dem zu seinen Füssen liegenden, gleichnamigen Ferienort. Im Gegensatz zu „Papamoa“ , wo man den Strand nur mit wenigen Personen teilen muss, wimmelt es hier von Touristen, Restaurants, Läden und vor Anker liegenden Booten und schnellen Autos. Und das wiederum führt zu überteuerten, architektonischen Fremdkörpern, wie zum Beispiel zu verglasten Hochhäusern, die meines Erachtens ganz und gar nicht an diese sanft geschwungene Küste passen.
Die „Bay of Plenty“ erstreckt sich über eine Strandlinie von 70 km. Es sind Strände, welche die Herzen von Surfern höher schlagen lassen und die Badestrände sind vor allem auch von Familien beliebt. Nach einem kurzen Augenschein fahren wir über „Tauranga“ zurück an unseren ebenfalls an der „Bay of Plenty“ gelegenen Holiday Park. „Tauranga“ ist eine sehr städtische Küstenstadt und wegen seines milden Klimas bei den Pensionären, den Yachtbesitzern, Surfern und Sportfischern sehr populär. Am langgestreckten Hafen vorbei sind wir endlich wieder auf dem Rückweg, wo Martin seine Chauffeuse mit einem feinen Fisch (Snepper) mit Kefen, Rüebli und Salzkartoffeln bekocht. /RS

20.01.2011
Heute sind Martin und ich schon sehr früh auf den Beinen. Der Himmel ist wolkenlos und wir freuen uns auf den heutigen Tag, bringt er uns doch zum populärsten Urlaubsziel der Nordinsel: nach „Rotorua“. Bald erreichen wir „Waiouru“, wo wir in die „Desert Road“ einbiegen. Das weite , hohe Plateau führt uns wieder am „Tongariro National Park“ entlang. Und bald sehen wir sie wieder, die drei phänomenalen Vulkane des „Tongariro- Massiv’s“! Diese Berge im Morgenlicht ist von einer solchen Schönheit, dass wir immer wieder staunend anhalten. Auf der Gegenseite, im Osten, erheben sich grosse bewaldete Hügelzüge. Rechts und links dieser Strasse ist die Landschaft baumlos, weil sich durch die Ausbrüche der Vulkane immer wieder neue Aschenschichten auf die Vegetation gelegt haben, zuletzt 1996. Trotz den vielen Stop’s kommen wir gut vorwärts und bald erreichen wir den am südöstlichen Ende des „Lake Taupo“ und am Ufer des „Tongariro Rivers“ gelegenen Ort „Turangi“. Mit Kaffee und Kuchen gestärkt geht es weiter zu dem „Waiotapu Thermal Wonderland“. So nennt sich diese phänomenale Geothermalzone um „Rotorua“. Dieses Gebiet hat einen Geysir der etwas ausserhalb des eigentlichen Thermalgebietes liegt. Täglich um genau 10.15 Uhr schiesst eine heisse Fontäne aus dem „Lady Knox Geysir“ ca.10 – 20 Meter in die Höhe und versprüht etwa 27.000 Liter kochendes Wasser. (Dabei wird mit Seife etwas nachgeholfen). Dieses Spektakel haben wir leider zeitlich verpasst und so entscheiden wir, heute nur noch die heissen Quellen dieses Thermalgebietes zu besuchen. Das ganze Terrain ist übersät von heissen Quellen, kollabierten Kratern, davon viele mit Schwefelausblütung, blubbernden Schlammtümpeln, dampfenden Erdspalten und kleinen heissen Seen. Der ganze Rundweg dauert ca. 75 Minuten und ist sehr schön angelegt. Wir sind ziemlich aufgeregt wegen dem Unglaublichen, was wir hier auf Schritt und Tritt von der faszinierenden Welt der Vulkane zu sehen bekommen. Das ganze Gebiet zeigt auch eine grosse Farbenvielfalt, verursacht hauptsächlich durch Mineralien wie:
Schwefel – gelb / Antimonsulfide – orange / Siliziumoxid – weiss / Arsensulfide – grün / Mangan – purpur / Eisenoxid + Eisenoxihydrat – rot + braun / Schwefel + Kohlenstoff – schwarz.
Dabei besonders erwähnen möchte ich den sogenannten „the Champagne Pool“. Ein heisser brodelnder See von 65m Durchmesser und einer Tiefe von 62m. Sein Rand ist rostrot eingefärbt und es dampft aus ihm heraus wie aus einem Hexenkessel. Ebenso faszinierend ist der letzte Pool an dem wir vorbei kommen: „The Devil’s Bath“ (Teufelsbad). Ein zerklüfteter Krater mit Wasser von verblüffend, leuchtend gelb-grüner Farbe. (Wie es die Polizei und Sanität auch trägt).
Nach einer kleinen Stärkung fahren wir unserem eigentlichen Ziel entgegen: „Rotorua“. Die Stadt liegt im Zentrum der Vulkanregion der Nordinsel am Südufer des gleichnamigen See’s und ist ein sehr bedeutendes Zentrum der Maori und deren Kultur. Doch „Rotorua“, wie auch schon der Ort zuvor, wird entsprechend von Touristen überflutet. Deshalb entscheiden wir uns, noch heute weiter zu fahren mit Ziel: Meer! Wir haben Glück: an der „Papamoa Beach“, im „Top10 Holiday Park“, können wir das letzte Cabin mit direkter Meersicht und nur wenigen Metern vom Strand entfernt für drei Nächte mieten. Diese ganze Autofahrt heute mit 343 km und gestern mit 291 km hat mich ziemlich ermüdet und mein Kopf brummt. So freue ich mich nun auf das Rauschen des Meeres beim Einschlafen und Aufwachen.
„Rotorua“, mit seinen vielen „Muss-man-gesehen-haben“ werden wir nachholen – sofern das Wetter es noch erlaubt. /RS

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Napier

19.01.2011
Schlechtes Wetter ist angesagt! Das zwingt uns den Aufenthalt in „Napier“ abzubrechen und zu unserem nächsten Ziel, dem „Tongariro Nationalpark“, zu fahren. Ueber eine, im Herzen der Nordinsel gelegenen Hochebene, nähern wir uns dem grössten See Neuseelands, dem 606 km2 grossen „Lake Taupo“. Vor mehr als 26’000 Jahren wurden bei einem Vulkanausbruch 800 km3 Asche und Bimsstein in die Luft geschleudert und in diesem Krater ist vor ca. 2000 Jahren der „Lake Taupo“ entstanden. Am Ufer dieses grossartigen See’s machen wir in der gleichnamigen Stadt „Taupo“ einen Kaffee- und Kuchenhalt. Danach führt uns der Weg entlang des See’s über „Turangi“ in den „Tongariro Nationalpark“. Bald begleiten uns auf unserer Fahrt die drei noch immer aktiven Vulkane: der von Gletscher überzogene „Mount Ruapehu“ (2797 m), der kegelförmige „Mount Ngauruhoe“ (2287 m) und der „Mount Tongariro“(1967m). Ein sehr imposantes Trio!
Dazwischen gibt es mehrere kleinere Krater. Warnschilder und Schranken, welche die Strasse innert Minuten sperren können, machen darauf Aufmerksam, dass es jederzeit zu einem Vulkanausbruch kommen könnte. Seismographen und direkte Beobachter überwachen vor allem den „Mount Ruapehu“ weil man schon seit 2005 den Ausbruch von dessen Kratersee’s befürchtet. Das ganze „Tongariro Massiv“ ist in der Unesco-Liste als Welterbe der Menschheit aufgeführt.
Um diese besondere Landschaft etwas ruhiger geniessen zu können, als dies während der Fahrt möglich ist, besuchen wir den am Fusse des „Mount Ruapehu“ gelegenen winzigen Ort „Whakapapa Village“. So wie wir uns dem Oertchen nähern, sticht uns das grosse Luxushotel „Chateau Tongariro“ ins Auge. Dieser Prunkbau stört uns so sehr inmitten dieser grossartigen Szenerie, weshalb wir ohne Kaffeehalt weiter nach „Ohakune“ in den Top 10 Holiday Park fahren. /RS

18.01.2011
Wer sich wie Martin und ich vier Tage in „Napier“ aufhalten darf, geniesst wahre Ferientage! 1931 hat ein Erdbeben der Stärke 7,9 die Stadt in Schutt und Asche gelegt. Die Stadt wurde trotz Weltwirtschaftskrise unverzüglich wieder aufgebaut: relativ erdbebensicher und im damaligen Art-déco-Stil der 20er Jahre. Dekorative Muster mit Goldauflagen, unterschiedlich farbige Zackenlinien an pastellfarbenen Gebäuden, viele davon mit Veranden, prägen das heutige Ortsbild.
„Napier“ liegt in einer wunderschönen Bucht an der Ostküste, am Rande des Pazifischen Ozeans. Hier wachsen einige der besten Weine Neuseelands und wir haben uns besonders an den wunderbaren Weissweinen erfreut. Die Rotweine sind bestimmt auch von guter Qualität doch leider wurden sie uns mehrmals zu warm serviert.
Die am Meeresufer, mit Norfolk-Kiefern gesäumte Marine Parade, lädt uns und die vielen anderen Touristen zum Flanieren ein. Nachdem Martin und ich die Stadt erkundet haben, entschliessen wir uns zu einem kurzen Abstecher nach „Hastings“. Eine Ebene, die von Obstplantagen bedeckt und natürlich auch ein schönes Weingebiet ist. Danach geniessen Martin und ich vor allem die atemberaubende Meersicht auf die „Hawkes Bay“ von unserem grossen Balkon aus. /RS

15.01.2011
Früh am Morgen verlassen wir „Wellington“ über die SH2 und können so die stark befahrene SH1 an der Westküste umgehen. Unser Ziel ist es, auf halbem Weg nach „Napier“, in der Region „Wairarapa“, eine Unterkunft zu suchen. Dieses Gebiet wird nach dem “Lake Wairarapa“ genannt. Einem riesigen See von 8000 ha Fläche. In dieser Region soll es über 300 Mio. Schafe geben! Unser Weg führt auf einer schlängelnden Strasse durch locker besiedeltes, hügeliges Farmerland. Die Weiden sind vielerorts gelb infolge fehlenden Regens und wir fragen uns, was diese Vieh- und Schafherden auf diesen Weiden noch zu fressen finden. Zudem haben natürlich die wenigsten Herden einen Sonnen- oder Regenunterschutz, wie z.B. nahe Bäume. Nachdem wir ein paar ländliche Dörfer durchquert haben ruft in „Greytown“ der „early morning tea“. Dieses Städtchen ist die älteste Siedlung von „Wairarapa“ und entlang der Hauptstrasse sind die meisten Gebäude noch im ursprünglichen viktorianischen Stil gebaut und natürlich vollständig aus Holz.
Heute sind darin zahllose Boutiquen, Antiquitätenläden und Restaurants untergebracht. Eine eigentliche Touristenstrasse mit Souveniers aber auch vielen attraktiven Kunst- und Artdekor Gegenständen. In diesem hübschen Ort suchen wir vergeblich nach einem kühlen Bett und so nehme ich das Steuer nochmals in meine schwitzenden Hände und bald haben wir die 323 km von „Wellington“ bis „Napier“ geschafft. Nun gilt es noch eine kühle Dusche zu finden und direkt am Strand gelegen, mit voller Sicht auf das Meer und schönem Balkon finden wir diesen Traumort, das „Harbour View Motel“. /RS

Wellington

14.01.2011
Der sonnige Tag lädt zu einem Ausflug in den Botanischen Garten, hoch über der Stadt, ein. Die 1902 in Betrieb genommene Zahnradbahn bringt uns von dem alten Stadtkern hinauf auf den Hügel.
Oben angekommen geniessen wir erst einmal den Blick auf die Stadt und die umliegenden Hügel, welche wegen dem Platzmangel in der engen Hafenbucht mit Villen und Einfamilienhäuser verbaut sind. Schön angelegte Fusswege führen zu den einzelnen Highlights durch den ruhigen, 25 ha grossen Garten. Dieser besteht aus einheimischem Busch und verschiedenen weiteren Gärten. Der „Lady Norwood Rose Garden“ zeigt in über 106 Rosenbeeten englische Rosenklassiker und Neuzüchtungen nebeneinander. Ein anderes, farbenfrohes Spiel bilden verschiedenfarbige Hortensien. Eine besondere, ebenfalls grössere Gartenecke mit Sukkulenten bepflanzt, führt weiter zum Begonienhaus mit Orchideen, Schlingpflanzen etc. Und immer wieder schauen wir staunend an den hohen, sehr alten Bäumen hinauf, welche den Charme dieses besonderen Gartens ausmachen. Ein gemütlicher Spaziergang führt uns durch einen sehr alten Friedhof hinab ins Stadtzentrum. Ein Bummel am Hafen Quai entlang rundet diesen schönen Tag ab. /RS

13.01.2011
Nach einer stürmischen, regenreicher Nacht weht uns heute morgen ein kalter Südwind um die Ohren. Ein guter Tag einige Stunden in einem der grössten Nationalmuseen der Welt zu verbringen. Dem „Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa“ in „Wellington“. Es umfasst die Grösse von ca. drei Fussballfelder und wurde 1998 eröffnet. Das Museum liegt direkt an der Strandpromenade und allein schon der architektonisch, asymmetrische Bau fasziniert. Auf fünf Stockwerken bietet es einen abwechslungsreichen, spannenden Gang durch die Geschichte des Landes, den Einfluss aller eingewanderten Kulturen auf das heutige Neuseeland und natürlich auf Fauna und Flora.
Eine riesige „Maori Sammlung“ mit einem einzigartigen Versammlungshaus, Kriegskanu’s, Maori Kunstwerken usw. ist in einer eigenen Galerie untergebracht.
In einer Freiluftausstellung streifen wir durch einen Regenwald, stehen vor einem Wasserfall, kriechen in eine Glühwürmchenhöhle und stossen in einer weiteren Höhle auf Dinosaurierknochen.
Bedeutende Ausstellungen aus aller Welt finden auch immer wieder den Weg hierher. Im Moment werden Gemälde von 70 europäischen Malern aus dem 19th – 20th Jahrhundert (aus dem „Städel Museum“ Frankfurt) präsentiert. Es sind Meisterstücke von Picasso, Degas, Renoir, Klee, Monet und viele mehr darunter. Berauschend schöne Bilder! (Martin muss üben, üben, üben)!
Ein weiteres High-Light ist eine Fotoausstellung von Brian Brake. Neuseelands bekanntester und erfolgreichster Fotograf. Seine Arbeiten wurden in Magazin’s wie „Life“, „Paris Match“ und „National Geographie“ publiziert. Darunter sind seltene Fotos aus dem kommunistischen China während den Jahren um 1950, Monsun Bildern aus Indien und Ablichtungen von Pablo Picasso, Mao Zedong und Queen Elisabeth. Eine wunderbare Ausstellung, die Länder wie Indien, Afrika, Vietnam, China, Japan, Australien, Neuseeland und auch wenigen europäischen Ländern in Bildern lebendig werden lassen.
Neuseeland hat sich in diesem einzigartigen Museum ein Denkmal gesetzt!
Erst am späteren Nachmittag haben wir diesen aufregenden Ort verlassen und sind auf müden Füssen durch diese quirlige Stadt über die „Cuba Street“ Richtung Bahnhof gegangen. Cafés, Kneipen, Schnellimbissen von unterschiedlichsten Ländern, Secondhand Läden, Boutiquen, Gallerien, Buchläden, CD-Shop’s mit lauter Musik, Schmuckläden, viele Touristen und Freak’s geben dieser Fussgängerzone ein interessantes Gesicht. Inzwischen hat sich die Sonne durchgesetzt und auf der Strasse stehen Tische, Stühle und Bänke für müde Gesellen wie Martin und mich. Mit der Metro geht es zum Motel zurück. /RS

12.01.2011
Heute Mittag verlassen wir „Picton“, das wir während unseres kurzen Aufenthaltes richtig lieb gewonnen haben und fahren mit dem Fährunternehmen der „Interislander“ in die Hauptstadt Neuseelands, nach „Wellington“. Die See ist ruhig und wir können die dreieinhalb stündige Ueberfahrt durch den „Queen Charlotte Sound“ und die Meerenge der „Cook Strait“ geniessen. Die Fähre fasst 600 Fahrzeuge, zusätzlich viele LKW’s und 1650 Passagiere. Die Passagiere werden während dieser Fahrt mit Kino’s, Restaurant’s, Kinderhort, Kiosk usw. unterhalten.
„Wellington“ zählt über 400’000 Einwohner und ist die zweitgrösste Stadt Neuseeland’s. Doch wie wir uns der Stadt nähern, sehen wir erst einmal viel bewaldetes Bergland und die Stadt, die als schmalen Streifen am Ufer des Meeres gebaut ist. Doch bald blitzen zwischen üppigem Grün viele weisse Häuser an den Hügeln auf. Etwas später, bei der Einfahrt in den Hafen, sehen wir deutlich die City-Skyline mit den sehr modernen Hochhäuser. Mit Wehmut denke ich an die Südinsel mit der dünnen Besiedelung, den riesigen Schaffarmen, einsamen Küsten und den Kleinstädten, die haupsächlich aus Niedrigbauten bestehen. /RS

Barbeque NZ Lammkeule

Ein Barbeque Rezept in Nelson, NZ bei Nick und Ann James genossen. Für 6 Personen
Einkauf:
1.5 kg Lammkeule (Gigot)
1 Broccoli
1 grüne Peperoni
¼ Kürbis
12 Kartoffeln
3 Süsskartoffeln (Kumara)
Mintsauce
60 ml fein gehackte Pfefferminze
125 ml weisser Essig
1.5 EL Zucker
¼ Pack Lime Jelly (Limettengelee)
60 ml süsser Sherry
Zutaten:
Salz, Pfeffer
Olivenöl
10 Knoblauchzehen
5 Rosmarinzweige

Kochrezept Mintsauce
Essig und Zucker 3 min. aufkochen. Pfefferminze und Lime Jelly zugeben und gut aufrühren. Nach dem Abkühlen Sherry zugeben und in Glas abfüllen.
Zubereitung Lammkeule:
Barbeque aufheizen mit Kohlen auf beiden Seiten für indirektes Grillen. (Hotfire! 45 – 60 min)
Eine Alu Schale in der Mitte zum Auffangen des abtropfenden Fettes legen, wenn bereit zum Grillen.
Lammkeule mit Rosmarinzweigen und Knoblauchzehen entlang des Knochen spicken. Auf fettschicht ganz viel Salz streuen und mit Olivenoel das Salz benetzen. Auf den Rost legen und 1.5 – 1 ¾ h garen, nie drehen!
Schnitt senkrecht zum Knochen, sodass jedermann von der feinen Kruste bekommt.
Das Gemüse in grossen Stücken in einer Schale im Backofen backen.
Dazu trinken wir einen Merlot von Villa Maria, Hawke`s Bay.
Ein herrliches Kiwi Dinner, begonnen mit einer feinen süsssauren Thaitomatensuppe mit Crevetten und Muscheln und abgeschlossen mit einer Aprikosenkuchenpavlowa. /MS